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13. Januar 2012

Den Tagen mehr Leben geben

1. Konstanzer Palliativtag lädt zum Bürgerdialog ein

Verena Kurz, Julia Hannaleck und Dorothea Frölich sind die neuen Mitarbeiter der Palliativstation

© Klinikum Konstanz

Abb:Sie arbeiten ab 1. Februar auf der neuen Palliativstation: die Krankenschwestern Verena Kurz, Julia Hannaleck und Dorothea Frölich

Im ersten Obergeschoß der Klinik West, einem Nebengebäude des Klinikums Konstanz, laufen derzeit die letzten Vorbereitungen zur Eröffnung der neuen Palliativstation. In Kooperation mit dem Onkologischen Schwerpunkt Konstanz-Singen, entsteht hier unter dem Namen "Palliative Pflege am Klinikum Konstanz" eine spezialisierte Versorgungseinheit für Patienten, die an einer unheilbare Krankheit leiden und sich in einer medizinischen sowie auch psychischen und sozial schwierigen Situation befinden. Aus Anlass der Eröffnung dieser Versorgungseinheit findet am 20. Januar der erste Konstanzer Palliativtag mit Bürgerdialog im Quartierszentrum Konstanz statt.

Palliativmedizin bedeutet, den Menschen in seiner Situation alle Möglichkeiten der Hilfe anzubieten, das "Leben bis zum Schluss lebenswert" zu gestalten. Mit derzeit sechs stationären Betten, und der vorgesehenen Erweiterung auf 12 Betten bei vollem Betrieb, wird damit der zunehmenden Bedeutung, die die Palliativmedizin in der Gesellschaft einnimmt, Rechnung getragen.

Die Ziele der Palliativen Pflegestation sind die Verbesserung und Erhaltung der Lebensqualität der Kranken bis zuletzt zu ermöglichen. Dabei ist das Motto der Palliativen Pflege: "nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben geben". Im Vordergrund stehen dabei neben der Behandlung von Schmerzen, vor allem medizinisch-, psychosoziale und pflegerische Behandlung. Daneben spielen auch die psychoonkologische Betreuung und die soziale Beratung bei Hilfen der Organisation und Unterstützung der Weiterbetreuung des Patienten eine wichtige Rolle. Ein weiterer wesentlicher Aspekt umfasst die Begleitung, Beratung und Unterstützung der Angehörigen und Freunde. Auch Physiotherapie, spirituelle und seelsorgerische Begleitung, Kunst- und Musiktherapie, Ernährungsberatung oder Aromatherapie spielen eine Rolle bei der Behandlung auf der Palliativpflegestation.

Für die Umsetzung dieser Leistungen sind die enge Zusammenarbeit vieler unterschiedlicher Fachbereiche, wie z. B. Mediziner der Schmerzklinik, Inneren Medizin oder Allgemeinchirurgie, dem Sozialdienst, der Apotheke, der Seelsorge, der Brückenpflege und dem Pflegedienst. Daneben ist ein qualifiziertes Team aus speziell ausgebildeten Pflegekräften und Medizinern erforderlich. So verfügen im Klinikum Konstanz drei Ärzte über die Zusatzbezeichnung Palliativmedizin.

Neben der fachlichen Qualifikationen und dem Zusammenspiel der Fachbereiche tragen aber im Besonderen auch Ausstattung und Architektur der Station und seiner Patientenbereiche zum Gelingen einer guten Palliativmedizin bei. Schon beim Betreten der Station fallen die warme Farbgebung und die besondere Wandgestaltung auf. Die Studenten der Fakultät für Architektur und Gestaltung der HTWG Konstanz, unter Leitung von Frau Prof. Dr. Myriam Gautschi haben sich hier etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Im Eingangsbereich und in jedem Patientenzimmer bestimmt ein breites Fotopanorama mit regionalen Motiven das Bild. "Hier fühlt man sich nicht mehr wie in einem Krankenzimmer", erläutert Prof. Dr. Bernd Reith, Projektleiter der Palliativstation und Chefarzt der Allgemeinchirurgie am Klinikum Konstanz. "Wir möchten auch, dass alle Zimmer einen individuellen Charakter haben", so Prof. Reith weiter. So wird jedes Zimmer ein eigenes Fotomotiv erhalten, der auch den Namen des Zimmers bestimmt. Viel Holz, geschickt angebrachte Lichtleisten und Grünbepflanzung an den Außenwänden tragen weiter zu einer wohnlichen Atmosphäre der Krankenzimmer bei. Selbst die Patientenbetten sind Spezialanfertigungen. In allen Zimmern sind zusätzliche Ruhebetten integriert. Diese stehen sowohl den Patienten als Alternative zum Krankenbett als Rückzugsmöglichkeit in eine wohnähnliche Erholungsatmosphäre oder den Angehörigen als begleitende Unterbringung zur Verfügung. Zusätzlich finden sich ein Angehörigenraum, Rückzugsbereiche, ein Raum der Stille sowie eine Teeküche zur Verfügung. Damit ist die Palliativstation am Klinikum Konstanz als Krankenstation auch baulich einzigartig in der Region.

Aus Anlass der Eröffnung dieser Versorgungseinheit findet am 20. Januar der erste Konstanzer Palliativtag mit Bürgerdialog im Quartierszentrum Konstanz statt. Neben Fortbildungsveranstaltungen für pflegerisches und ärztliches Fachpersonal werden im Bürgerdialog auch die Bürger des Landkreises über wichtige Themen im Umfeld der Palliativmedizin informiert. So erläutern Referenten die Unterscheidung von Palliativmedizin, Brückenpflege und Hospiz. Weitere Themen im Bürgerdialog betreffen die Rolle des Angehörigen und Indikationen für die stationäre Palliativpflege. Ausführliche Informationen und Anmeldeformalitäten finden Sie unter www.klinikum-konstanz.de/palliativ.

Einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der Palliativstation trägt der Freundeskreis des Klinikums Konstanz. Ohne dessen Unterstützung wäre die Palliativstation in der jetzigen Form nicht möglich gewesen. Eine Möglichkeit der weiteren Unterstützung ist am 22. Januar gegeben, wenn der Freundeskreis ein Benefizkonzert im Stadtheater Konstanz mit der DO-X Memorial Big-Band veranstaltet. Das vollständige Programm können Sie als PDF hier aufrufen.

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Anmeldungen erbeten:

Dr. Thomas Kiefer
Klinik für Thoraxchirurgie
Klinikum Konstanz
Luisenstr. 7, 78646 Konstanz
Tel: (+49)7531-801/1901
Fax: (+49)7531-801/1905
E-Mail: Thoraxchirurgie@Klinikum-Konstanz.de