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26. April 2011

Gefäßaufdehnungen mit Laserkathetern

Eine neue Methode, stark verkalkte oder verschlossene Gefäße wieder zu eröffnen, setzt Laserlicht ein. Am Klinikum Konstanz steht die so genannte Laserangioplastie jetzt zur Verfügung. In Deutschland gibt es bisher nur wenige Zentren, die das Verfahren anbieten.

Besonders bei schweren Fällen bietet die Methode große Vorteile gegenüber herkömmlichen Verfahren. Das Gefäß wird geschont, da der Katheter mit dem gebündelten Laserlicht an seiner Spitze nur langsam vorgeschoben wird. Dabei wird das Gewebe nur minimal erwärmt, da es sich um ein kaltes Lasersystem im ultravioletten Bereich handelt.

Das Laserlicht, das über Glasfasern in der Spitze des Katheters gebündelt wird, wird in einer zentralen Einheit durch einen chemischen Prozess erzeugt. Für das Eröffnen der Gefäße stehen je nach Gefäßdurchmesser unterschiedlich dicke Katheter zur Verfügung. Während der Behandlung, die unter örtlicher Betäubung der Patienten von Röntgenfachärzten und Gefäßchirurgen gemeinsam durchgeführt wird, wird der Katheter mit einer Geschwindigkeit von nur einem Millimeter pro Sekunde auf einem hauchdünnen Draht langsam vorgeschoben. Der Katheter fräst sich dabei unter Röntgenkontrolle einen Kanal durch harte Verkalkungen und weichere Ablagerungen, wobei die Temperatur nur auf etwa 50 Grad ansteigt. Durch photomechanische und photochemische Wechselwirkungen entstehen dabei kleinste Partikel, die durchschnittlich die Größe von roten Blutkörperchen haben. Die Gefahr einer Embolie ist dadurch gering. In der Regel wird nach der Passage des Laserkatheters durch das Gefäß noch mit einem herkömmlichen Ballonkatheter nachgedehnt, um einen noch größeren durchbluteten Gefäßdurchmesser zu erhalten.

Vor allem bei stark verkalkten Gefäßen oder Verschlüssen der Gefäße der Beine, wie sie z.B. bei Diabetikern oder Dialyse-Patienten auftreten können, ist das Verfahren sinnvoll. Die bisherigen Erfahrungen am Klinikum Konstanz sind ermutigend. Durch die neue Technik kann eine höhere Lebensqualität erreicht, teilweise können Amputationen vermieden werden.


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