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Das Klinikum Konstanz wendet ein neues, innovatives OP-Verfahren an: die Entfernung der Gallenblase durch nur einen zirka zwei Zentimeter großen Schnitt. Dieses Verfahren wird "Single-Port-Methode" genannt und stellt eine Weiterentwicklung der so genannten "Schlüssellochchirurgie" dar. Für den Patienten hat dieses Operationsverfahren viele Vorteile: schönere kosmetische Ergebnisse, Verringerung der Schmerzen, raschere Erholung vom Eingriff und schnellere Belastbarkeit durch die Einsparung von Narben- und Wundflächen sowie eine Reduzierung von Komplikationen.
Der Leitende Oberarzt Dr. Harald Tigges der Konstanzer Klinik für Viszeral-, Kinder- und Gefäßchirurgie lernte die neue, in den USA entwickelte Operationsvariante auf dem deutschen Chirurgenkongress in München kennen. Er ließ sich daraufhin von den Herstellerfirmen schulen. "Der Schnitt erfolgt knapp unterhalb des Bauchnabels", erläutert Dr. Tigges. Dabei komme ein neues OP-Instrument zum Einsatz. Ein weicher Kunststoffschwamm ermögliche das gleichzeitige Einführen von benötigtem OP-Werkzeug und Minikamera, welche die Operation im Bauchinneren auf einen Bildschirm überträgt.
Die Entfernung der Gallenblase ist einer der häufigsten operativen Eingriffe in Deutschland. So werden auch im Klinikum Konstanz jährlich etwa 150 Gallenblasen entfernt. Bisher werden bei zirka 90 Prozent der Patienten "Schlüsselloch-Verfahren" - auch minimal-invasive Verfahren genannt - angewandt. Dabei müssen zur Gallenblasenentfernung bis zu vier 0,5 bis 1,5 Zentimeter große Schnitte vorgenommen werden. Durch diese vier "Zugänge" werden OP-Instrumente und Kamera eingeführt. Bis Mitte der 80er Jahre waren zur Entfernung der Gallenblase noch offene Bauchschnitte bis zu 15 Zentimetern Länge regelhaft nötig.
Die neu entwickelte "Single-Port-Methode" eigne sich laut Dr. Tigges allerdings nur für zirka 30 bis 40 Prozent der Betroffenen. Für Patienten, welche unter einer akuten Gallenblasenentzündung leiden oder durch vorherige Operationen Vernarbungen im Bauchraum haben, komme die neue OP-Technik nicht in Betracht. Dr. Tigges geht allerdings davon aus, dass in Zukunft auch andere Operationen im Bauchraum durch die "Single-Port-Methode" erfolgen können.
Die acht Zentimeter lange und zwei Zentimeter breite, birnenförmige Gallenblase ist ein Hohlorgan, das sich an der Unterseite der Leber befindet. Sie dient der Speicherung und Konzentrierung der von der Leber produzierten Gallenflüssigkeit. Diese wird zur Verdauung von Fetten im Darm benötigt.
Aus dem konzentrierten Gallensaft können Gallensteine entstehen, welche bei rund einem Viertel der Gallensteinträger Beschwerden wie Koliken oder Gallenblasenentzündungen hervorrufen können. Indikatoren hierfür sind vor allem Schmerzen im rechten Oberbauch, Erbrechen und Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Da die Gallenblase keine lebenswichtige Funktion erfüllt, wird bei Beschwerden und gleichzeitigem Steinnachweis in der Regel die Entnahme des Organs empfohlen, um schwerwiegendere Erkrankungen (eitrige Entzündungen der Gallenblase, Gelbsucht oder in seltenen Fällen bösartige Entartungen) vorzubeugen.

Mit Hilfe verschiedener Operationsinstrumente können die Konstanzer Chirurgen, rechts im Bild Dr. Harald Tigges, über nur einen rund zwei Zentimeter langen Schnitt die Gallenblase entfernen. Eine Mini-Kamera überträgt die Operation im Bauchinneren auf einen Bildschirm.
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