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Infektiöse Abfälle, mit Medikamenten belastetes Abwasser, hoher Energieverbrauch - Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen unterliegen besonderen Herausforderungen, um den Schutz von Umwelt, Patienten und Mitarbeitern zu gewährleisten. Die Spitalstiftung Konstanz ist dem Wohl und der Gesundheit der Menschen verpflichtet. "Umweltschutz hat für uns einen hohen Stellenwert", betont Reiner Weichler, Leiter der Stiftungsverwaltung. Das zeigt auch der jüngste Umweltbericht, der die Fortschritte der Einrichtungen in Sachen Umweltschutz dokumentiert.
Dass das Klinikum bereits große Leistungen im Bereich Energieeinsparung geleistet hat, hat der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) im Oktober vergangenen Jahres mit der Verleihung des Zertifikats "Energie sparendes Krankenhaus" gewürdigt. Dank einer Verminderung des CO2-Ausstoßes um 25 Prozent und damit einer Vermeidung von 1.600 Tonnen CO2 jährlich, wurde dem Klinikum als viertes Krankenhaus in Baden-Württemberg diese Auszeichnung verliehen. Dank großer Investitionen in die 2006 in Betrieb genommene neue Energiezentrale und in die Sanierungsmaßnahmen am Haupthaus des Klinikums sind die Einsparungen möglich.
Auch bei den Pflegeheimen haben sich moderne Energiestandards durchgesetzt. So wurde das Haus Salzberg als Passivhaus konzipiert. Auch das Haus der Spitalstiftung hat als Passivhaus mit Photovoltaikanlage im baulichen Umweltschutz Vorbildcharakter. "Die Photovoltaikanlage hat in ihrem ersten Betriebsjahr die Erwartungen übertroffen und mit einem Jahresertrag von 24 000 kWh den durchschnittlichen jährlichen Strombedarf eines Sechs-Personen-Haushalts abgedeckt", erläutert Weichler.
"Oft können schon kleine Maßnahmen viel bewirken", betont Umweltbeauftragter Markus Lohrbächer. Beispiele sind im Bereich Wassereinsparung der Umbau der Gemeinschaftswaschanlagen in den Wohnheimen. Bisher konnten die Waschmaschinen und Trockner beliebig oft gegen einen Mietaufpreis genutzt werden. Seit 2007 sind Energie und Wasser sparende Maschinen im Einsatz, jeder Waschgang muss gesondert gezahlt werden. So konnte innerhalb eines Jahres der Wasserverbrauch um acht Prozent, der Energieverbrauch um fünf Prozent gesenkt werden.
Große Einsparungen wurden im Klinikum erreicht: Hier ist der Wasserverbrauch von rund 36. 000 Kubikmetern im Jahr 2005 auf rund 30.000 Kubikmeter im Jahr 2008 gesunken. Mit dazu beigetragen hat die Umstellung von einer Trinkwasserkühlung auf einen geschlossenen Kühlwasserkreislauf.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Umgang mit Gefahrgut und Gefahrstoffen sowie die Abfallentsorgung. Nach der Sanierung im Haupthaus des Klinikums und dem Bau der Pflegeheime Salzberg und Urisberg sowie im Haus der Spitalstiftung wurde die Neukonzipierung der Abfall- und Wertstoffsammlung notwendig. Inzwischen besteht ein funktionierendes einheitliches Abfall- und Wertstoffsammelsystem, für das die Mitarbeiter geschult worden sind.
Betriebsbedingt ist der Einsatz von Desinfektionsmitteln nach den Richtlinien des Robert-Koch-Instituts hoch. Die Umweltverträglichkeit von Desinfektionsmitteln hat sich erheblich verbessert. Die gebräuchlichsten Wirkstoffe am Klinikum und am Vincentius-Krankenhaus sind nun Alkoholverbindungen, die biologisch abbaubar und meist gut hautverträglich sind. Durch richtige Anwendung und gezielte Informationen wurde der Verbrauch von Desinfektionsmitteln am Klinikum gesenkt, auch die Ausgaben sanken von knapp 58.000 Euro im Jahr 2003 auf 42.000 Euro im Jahr 2008.
Auf dem Gelände der Spitalstiftung wurden zahlreiche Naturschutzmaßnahmen wie Baumpflege- und Sicherungsmaßnahmen getroffen. Auf dem Klinikareal konnten nach einem umfangreichen Pflegeschnitt 30 Platanen erhalten bleiben, insgesamt wurden 25 neue Bäume gepflanzt. Viele Flachdächer sind begrünt - mit ein Grund für das Vorkommen von seltenen Tieren auf dem Stiftungsgelände. Unter anderem fühlen sich Mauersegler, Turmfalken, Fledermäuse und seltene Insektenarten hier wohl.
Trotz aller Fortschritte gehen die Bemühungen im Umweltschutz weiter: Im Umweltbericht der Spitalstiftung sind weitere Ziele formuliert, wie die Absenkung der Restmüllmengen, weitere Anlagen zur Regenwasserversickerung, die Sensibilisierung der Mitarbeiter und die Erstellung eines Baumstrukturkonzeptes für das Klinikareal.

Bildtext: Stephan Sandmann, Mitarbeiter der Spitalstiftung, und Umweltbeauftragter Markus Lohrbächer zeigen die Photovoltaikanlage auf dem Dach des "Haus der Spitalstiftung". Im Hintergrund sind das Pflegeheim Luisenheim und das Klinikum Konstanz zu sehen.
Mehr Informationen zum BUND-Gütesiegel "Energiesparendes Krankenhaus"
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