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Klinikum Konstanz, Pressemitteilung
Donnerstag, 18.06.2009

Inkontinenz ist behandelbar

Welt-Kontinenz-Woche: Chefarzt der Frauenklinik Konstanz will Thema enttabuisieren

Anlässlich der Welt-Kontinenz-Woche appelliert der Chefarzt der Frauenklinik am Klinikum Konstanz, Privatdozent Dr. Stefan Rimbach, an alle Betroffenen: "Inkontinenz ist behandelbar. Reden Sie mit Ihrem Arzt und bestehen Sie auf einer Diagnose."

Für den Appell gibt es einen guten Grund: Viele Menschen verschweigen ihr Problem und gehen erst zum Arzt, wenn es sich gar nicht mehr verheimlichen lässt. Die wenigsten ahnen, wie viele Menschen in der Nachbarschaft ebenso betroffen sind wie sie. Inkontinenz ist eine Volkskrankheit.

Von Inkontinenz, dem unkontrollierten Verlust von Urin oder Stuhl, sind Frauen deutlich stärker betroffen als Männer. Allein unter Blasenschwäche leiden zwischen fünf und acht Millionen Frauen. Ältere sind stärker betroffen als junge Frauen, aber Inkontinenz ist keine Alterskrankheit. 27 Prozent der Frauen zwischen 25 und 29 Jahren leiden an einer Belastungsinkontinenz, dem unwillkürlichem Harnverlust bei körperlichen Belastungen, und beim Husten, Niesen oder Lachen.
Die Konstanzer Frauenklinik ist ein Zentrum für die Behandlung von Beckenbodenerkrankungen. "Uns ist dabei stets wichtig, die Frau ganzheitlich zu betreuen", betont Rimbach. Denn oft gehe Inkontinenz mit anderen Problemen im Beckenbodenbereich einher. Chefarzt Stefan Rimbach erklärt: "Der Beckenboden ist ein komplexes System von unterschiedlichsten Organen und Organsystemen, die hier auf engstem Raum angeordnet sind: Knöcherne Strukturen, Muskeln, Bänder und Sehnen, Nerven und Blutgefäße, der Darmausgang, das Genitale und das Blasenausgangsystem. Störungen von nur einem Organ oder Organsystem wirken sich oftmals auf die übrigen Systeme aus."
Die Belastungsinkontinenz der Frau kann häufig mit einem Training der Beckenbodenmuskulatur oder medikamentös behandelt werden. In schwereren Fällen sind am Klinikum Konstanz schonende Eingriffe auch ohne Bauchschnitt möglich. Dabei wird zum Beispiel die geschwächte Harnröhre durch den Einsatz eines sogenannten Tension-free-Vaginal-Tape (TVT) dauerhaft stabilisiert. "Der Eingriff dauert knapp 20 Minuten", erläutert Rimbach. Für 97 Prozent aller Patientinnen ist unkontrollierter Harnverlust danach ein Thema der Vergangenheit, auch bei stärkeren Belastungen und beim Sport, betont der Chefarzt der Frauenklinik.
Insbesondere bei älteren Frauen geht die Belastungsinkontinenz oft mit einer Senkung des Genitale einschließlich der Gebärmutter einher. Solche Senkungen können heute in vielen Fällen ebenfalls am Klinikum Konstanz ohne Bauchschnitt behandelt werden.

Die Wahl der jeweiligen Therapie hängt von der richtigen Diagnose ab. "Die Medizin hat enorme Fortschritte gemacht", erklärt Dr. Stefan Rimbach. "Wie immer aber die Diagnose ausfällt: Alle Inkontinenzformen sind behandelbar."

Rimbach bedauert, dass Inkontinenz in unserer aufgeklärten Welt weiterhin ein Tabuthema ist: "Ich wünsche mir, dass die Welt-Kontinenz-Woche die Sensibilität in der Bevölkerung für dieses Thema erhöht und bei den Betroffenen der Mut wächst, über ihr Leiden in geschützter Umgebung zu sprechen."

Die Welt Kontinenz Woche findet vom 22. bis 28. Juni 2009 auf Initiative der ICS International Continence Society statt und wird auch von der Deutschen Kontinenz Gesellschaft unterstützt (www.kontinenz-gesellschaft.de/weltkontinenz.htm).

Weitere Informationen:
Frauenklinik am Klinikum Konstanz, Telefon 07531/801-1601, www.klinikum-konstanz.de

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