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Am Klinikum Konstanz ist einer Patientin ein künstliches Fingergelenk eingesetzt worden. Eine solche Operation ist selten und eine Herausforderung für Chirurgen. Die Patientin, die für ihre Arbeit auf ihre Hände angewiesen ist, hatte viele Jahre unter Schmerzen gelitten.
Jedes Jahr erhalten in Deutschland etwa 200 000 Menschen ein künstliches Hüftgelenk, außerdem werden jährlich mehrere Zehntausend künstliche Kniegelenke eingesetzt. Der Ersatz der Fingergelenke ist weit weniger etabliert. Der künstliche Gelenkersatz kann jedoch die gute Funktion eines durch Arthrose zerstörten Fingergelenks ermöglichen. Mit Dr. Volker Kammermeier, seit 2006 Oberarzt an der Konstanzer Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, hat ein erfahrener Handchirurg die Operation durchgeführt. Er wirkte vor seinem Wechsel nach Konstanz am Katharinenhospital in Stuttgart, wo er wiederholt künstliche Fingergelenke eingesetzt hat - sowohl im Mittel- wie im Grundgelenk.
Eine Fingergelenkprothese wird noch selten einer Versteifung vorgezogen. Aber gerade bei jüngeren Patienten, die auf die Beweglichkeit ihrer Finger angewiesen sind, sei der Gelenkersatz eine erwägenswerte Alternative, betont Kammermeier.
Eine fortgeschrittene Arthrose (Zerstörung des Gelenkknorpels) im Grundgelenk des rechten Ringfingers hatte der nun operierten Patientin über viele Jahre starke Schmerzen bereitet. Die erste Operation, in der die Knochenneubildungen um das Fingergelenk entfernt und Nervenästchen, die ausschließlich das Gelenk mit Gefühl versorgten, durchtrennt wurden, brachte nicht den erwünschten Erfolg. Man entschloss sich deshalb in einem zweiten Eingriff für die Fingergelenkprothese. Die Mittfünfzigerin ist in ihrem Alltag und im Berufsleben auf die Funktionstüchtigkeit ihrer Hände angewiesen.
"Entscheidend für den Erfolg einer solchen Operation ist unter anderem, dass die umliegenden Sehnen noch funktionstüchtig und die Seitenbänder noch vorhanden sind", betont der Handchirurg. Die Bänder und Sehnen machen den Einsatz eines künstlichen Gelenks allerdings zu einer Operation, bei der besonderes Fingerspitzengefühl gefragt ist. Schließlich muss das betroffene Gelenk erst freigelegt werden, um den Zugang zur zerstörten Knorpel- und Knochenstruktur zu ermöglichen.
Ein künstliches Fingergelenk erfüllt nach dem aktuellen Stand der Medizin auch über viele Jahre seinen Dienst, die Erfahrungen sind jedoch noch nicht so groß wie bei der Hüft- oder Knieendoprothetik. Die Operation ist unter Teil- wie auch unter Vollnarkose möglich.
"Mit der Operation alleine ist der Erfolg noch nicht gesichert", räumt Kammermeier ein. Zu einer guten Nachsorge gehört kompetente Krankengymnastik. In den kommenden Wochen wird die Patientin kräftigende Übungen machen müssen. Eine Wirkung zeichnet sich schon jetzt ab: Die jahrelangen Schmerzen sind bereits zurück gegangen.

Der Handchirurg Dr. Volker Kammermeier, Oberarzt an der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, beantwortet am Dienstag, 12. Mai, Fragen zur Handchirurgie am Info-Telefon. Die Expertenhotline ist in der Zeit von 18 bis 19 Uhr unter der Telefonnummer 07531/801 2021 frei geschaltet. Die meistgestellten Fragen werden mit Antworten ab 14. Mai auf der Homepage des Klinikum Konstanz (www.klinikum-konstanz.de) nachzulesen sein.

Bildtext: Ein künstliches Fingergelenk wie im Bild im Zeigefinger kann für manchen Patienten Schmerzlinderung bringen. Bildquelle: NORMED Medizin-Technik GmbH
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