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Die Intensivstation ist für viele Menschen geheimnisumwittert, es geht um Leben und Tod. Was aber, wenn ein Angehöriger dort behandelt wird? Welche Besuchsregelungen würden sich die Konstanzer dann wünschen? Pflegeschülerinnen und -schüler des Bodensee Bildungszentrums haben herausgefunden, dass die Wünsche nach Alter und Herkunftsland weit auseinander gehen. Die Schüler haben während eines Ausbildungsprojekts verschiedene Bereiche der Pflege am Klinikum untersucht.
100 Bürgerinnen und Bürger haben auf der Marktstätte die Fragen der Pflegeschüler beantwortet. Während über 50-Jährige demnach auf der Intensivstation eine feste Besuchszeit zwischen 14 und 20 Uhr bevorzugen, wünschen jüngere Menschen eine individuelle Lösung. Die meisten Konstanzer meinen, die Besucherzahl sollte auf zwei Personen im Raum beschränkt sein, Bürger mit Migrationshintergrund begrüßten es dagegen, wenn mehr Personen beim Patienten sein könnten. Derzeit ist die Regelung in der Operativen und Internistischen Intensivstation am Klinikum Konstanz unterschiedlich. Nach ihrem Forschungsprojekt empfehlen die Schüler des Bodensee Bildungszentrums für Gesundheits- und Pflegeberufe am Klinikum Konstanz in Kooperation mit dem Zentrum für Psychiatrie Reichenau eine einheitliche Regelung. Gleichzeitig sollte auf die Bedürfnisse der Patienten mit Migrationshintergrund individuell eingegangen werden.
Die Schüler haben weitere Bereiche der Pflege und Pflegeausbildung untersucht. So haben sie beispielsweise die Motivation von Pflegekräften am Klinikum Konstanz zu Weiterbildungen erhoben. Die Motivation ist hoch: Rund 62 Prozent der Befragten wären sogar zu einer Kostenbeteiligung bis zu 200 Euro pro Jahr bereit. Ein weiteres Thema: Sollte die Übergabe zwischen den Diensten der Pflegekräfte im Stationszimmer oder direkt am Patientenbett erfolgen? Eine Mehrheit der befragten Patienten plädierte für die Übergabe an ihrem Bett. So könnten sie nachfragen, es werde nicht über, sondern mit ihnen gesprochen, so die Patienten.
Und wie sehen Pflegekräfte den Vergleich des Krankenhauses mit einem Hotel? Grundsätzlich ist eine große Mehrheit gerne zu einer höheren Serviceleistung bereit, dazu jedoch fehle die Zeit. Außerdem, so stellten die Pflegeschüler fest, ist der Begriff "Service" nicht definiert. Die meisten Pflegekräfte verstanden darunter die Möglichkeit, aufmerksam zu sein und sich für den Patienten Zeit nehmen zu können.
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