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Klinikum Konstanz, Pressemitteilung
Montag , 02.02.2009

Einblicke in Operationscontainer

Sanitätsdienst der Bundeswehr lädt zu "Tag des offenen Containers" ein

Ein mehr als halbjähriger Ausnahmezustand am Klinikum Konstanz ist Vergangenheit: Seit Montag, 26. Januar, werden nach dem Brand vom 3. Juni vergangenen Jahres wieder alle Operationen im Haupthaus des Krankenhauses durchgeführt.
Vor dem Abbau der Operationscontainer, mit denen der Sanitätsdienst der Bundeswehr das Klinikum unterstützt hat, laden die Sanitätssoldaten aus Dornstadt zu einem "Tag des offenen Containers" ein. Am Sonntag, 8. Februar, können Interessierte zwischen 11 und 16 Uhr einen Blick auf das Innenleben einer modularen Sanitätseinrichtung der Bundeswehr und die Ausstattung eines Einsatzlazaretts werfen, wie sie sonst nur in den Einsatzländern zu finden sind.
Gezeigt werden die eingerichteten Operationscontainer mit zugehöriger Technik und Energieversorgung. Verschiedene Fahrzeuge des Sanitätsdiensts, wie ein 120-Tonnen-Kran, ergänzen die Ausstellung. Die Sanitätssoldaten stehen für Fragen zur Verfügung. Multimediapräsentationen werden über den Auftrag der Sanitätseinheit und den Einsatz in Konstanz informieren.

237 Tage war das Mobile Medizinische Operationszentrum (MMOPZ - liebevoll Mops genannt) im Klinikpark südlich des Haupthauses in Betrieb. Das Personal des Klinikums hat in dieser Zeit in den vier Operationscontainern der Bundeswehr 1674 Operationen durchgeführt.
Mitunter waren Sanitätssoldaten wie Klinikpersonal- und auch das Material - extremen Situationen ausgesetzt: Kurz nach Inbetriebnahme am 10. Juni stellte eine Hitzewelle hohe Anforderungen an die Klimatisierung der Anlage mit insgesamt 17 Containern und 13 Zelten. In den letzten Wochen des MMOPZ mussten acht Warmlufterzeuger gegen zum Teil zweistellige Minusgrade kämpfen.
"Das Personal hat trotz der außerordentlichen Situation hervorragende Arbeit geleistet", sagt OP-Manager Dr. Timm Ahlhelm. Die ungewöhnlichen Bedingungen hätten keine Komplikationen während der OPs nach sich gezogen. Permanent wurde die Infrastruktur des MMOPZ durch acht Soldaten der Bundeswehr sicher gestellt; die Operationen hingegen erfolgten durch das Personal des Klinikums. Seitens der Bundeswehr zieht Hauptmann Michael Güthing eine positive Bilanz: "Wohl erstmals erfolgte eine zivil-militärische Zusammenarbeit in dieser Größenordnung. Beide Seiten haben dabei durchweg gute Erfahrungen gemacht."

Nicht nur die räumliche Enge, sondern auch die Lage des MMOPZ forderte die Klinikmitarbeiter: Alles nötige Material musste zwischen Klinikum und MMOPZ transportiert werden. Die Patienten wurden von Mitarbeitern der DRK-Rettungsdienst GmbH des DRK-Kreisverbandes Konstanz von ihrer Pflegestation zum jeweiligen Operationsort und wieder zurück gebracht. Das Klinik-Personal wich für Operationen unter anderem auch in das Vincentius-Krankenhaus in der Innenstadt (449 Operationen) und das Herzzentrum Konstanz (70 Operationen) aus. Insgesamt mussten vom Hol- und Bringedienst des Klinikums und vom Rettungsdienst 6872 Kilometer zurückgelegt werden.

Seit 26. Januar sind diese Fahrten nicht mehr nötig. Alle Patienten können wieder in Räumen des Klinikums operiert werden. Der zerstörte Zentral-OP ist in den vergangenen Wochen durch ein Modulares Operationszentrum ersetzt worden, das auf Höhe des dritten Stocks aufgeständert an das Haupthaus angedockt worden ist.
1100 Quadratmeter mit sechs Operationssälen, drei Doppel-Einleitungen, sechs Waschräumen, vier Materiallager und zwei Büros sind auf diese Weise für den OP-Betrieb nutzbar, erläutert OP-Manager Dr. Timm Ahlhelm.

Der Brand hatte den Großteil der vorhandenen medizintechnischen Geräte des Zentral-OPs zerstört. Nun stehen neue auf modernstem Stand für die Patienten bereit. "Die vergangenen sieben Monate haben unseren Mitarbeitern viel abverlangt. Wir sind stolz darauf, die Situation erfolgreich gemeistert zu haben, und freuen uns, dass der Operationsbetrieb insgesamt wieder im Haupthaus anlaufen kann", resümiert Prof. Gert Müller-Esch, Klinikdirektor Medizin.



Bildtext: Das mobile medizinische Operationszentrum der Bundeswehr am Sonntag, 8. Februar, für Besichtigungen geöffnet. Am 9. Februar beginnt der Abbau.

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