Zurück zur Startseite | Pressemitteilungen
Ein mehr als halbjähriger Ausnahmezustand am Klinikum Konstanz ist Vergangenheit: Seit Montag, 26. Januar, werden nach dem Brand vom 3. Juni vergangenen Jahres wieder alle Operationen im Haupthaus des Krankenhauses durchgeführt.
Der zerstörte Zentral-OP ist in den vergangenen Wochen durch ein Modulares Operationszentrum (MOZ) ersetzt worden, das auf Höhe des dritten Stocks aufgeständert an das Haupthaus angedockt worden ist.
1100 Quadratmeter mit sechs Operationssälen, drei Doppel-Einleitungen, sechs Waschräumen, vier Materiallager und zwei Büros sind auf diese Weise für den OP-Betrieb nutzbar, erläutert OP-Manager Dr. Timm Ahlhelm.
Der Brand hatte den Großteil der vorhandenen medizintechnischen Geräte des Zentral-OPs zerstört. Nun stehen neue auf modernstem Stand für die Patienten bereit. "Die vergangenen sieben Monate haben unseren Mitarbeitern viel abverlangt. Wir sind stolz darauf, die Situation erfolgreich gemeistert zu haben, und freuen uns, dass der Operationsbetrieb insgesamt wieder im Haupthaus anlaufen kann", resümiert Prof. Gert Müller-Esch, Klinikdirektor Medizin.
Mit der Inbetriebnahme des neuen Modularen Operationszentrums (MOZ) neigt sich die Zusammenarbeit mit dem Sanitätsdienst der Bundeswehr dem Ende zu. Die Bundeswehr hatte mit ihrer ungewöhnlichen Unterstützungsleistung erheblich dazu beigetragen, dass die OP-Kapazität im Landkreis Konstanz trotz der Zerstörung des Zentral-OPs mit sechs Operationssälen aufrecht erhalten werden konnte.
237 Tage war das Mobile Medizinische Operationszentrum (MMOPZ - liebevoll Mops genannt) im Klinikpark südlich des Haupthauses in Betrieb. Das Personal des Klinikums hat in dieser Zeit in den vier Operationscontainern der Bundeswehr 1674 Operationen durchgeführt.
Mitunter waren Sanitätssoldaten wie Klinikpersonal- und auch das Material - extremen Situationen ausgesetzt: Kurz nach Inbetriebnahme am 10. Juni stellte eine Hitzewelle hohe Anforderungen an die Klimatisierung der Anlage mit insgesamt 17 Containern und 13 Zelten. In den letzten Wochen des MMOPZ mussten acht Warmlufterzeuger gegen zum Teil zweistellige Minusgrade kämpfen.
"Das Personal hat trotz der außerordentlichen Situation hervorragende Arbeit geleistet", sagt OP-Manager Dr. Timm Ahlhelm. Die ungewöhnlichen Bedingungen hätten keine Komplikationen während der OPs nach sich gezogen. Permanent wurde die Infrastruktur des MMOPZ durch acht Soldaten der Bundeswehr sicher gestellt; die Operationen hingegen erfolgten durch das Personal des Klinikums.
Nicht nur die räumliche Enge, sondern auch die Lage des MMOPZ forderte die Klinikmitarbeiter: Alles nötige Material musste zwischen Klinikum und MMOPZ transportiert werden. Die Patienten wurden von Mitarbeitern der DRK-Rettungsdienst GmbH des DRK-Kreisverbandes Konstanz von ihrer Pflegestation zum jeweiligen Operationsort und wieder zurück gebracht. Das Klinik-Personal wich für Operationen unter anderem auch in das Vincentius-Krankenhaus in der Innenstadt (449 Operationen) und das Herzzentrum Konstanz (70 Operationen) aus. Insgesamt mussten vom Hol- und Bringedienst des Klinikums und vom Rettungsdienst 6872 Kilometer zurückgelegt werden.
Seit 26. Januar sind diese Fahrten nicht mehr nötig. Alle Patienten können wieder in Räumen des Klinikums operiert werden.
Nach oben
Zurück zur Startseite
Auswahlseite Pressemitteilungen