Nach gründlichen Abwägungen wird geplant, den neu zu errichtenden Funktionsanbau an der Südseite des Klinikum Konstanz in Richtung Mainaustraße zu bauen. Damit wird von bisherigen Plänen Abstand genommen, nach denen der Funktionsanbau auf dem nördlichen Teil des Klinikgeländes mit einer Anbindung an das Haupthaus errichtet werden sollte.
Im Rahmen des laufenden Bebauungsplanverfahrens waren beziehungsweise sind verschiedene Alternativen zu untersuchen, um in städtebaulicher, funktionaler und betriebswirtschaftlicher Sicht die bestmögliche Konzeption zu finden bei gleichzeitiger Berücksichtigung nachbarschaftlicher Belange. Die aktuell vorliegenden Erkenntnisse sprechen für die nun erfolgte Neuausrichtung. Diese sieht vor, dass der Funktionsanbau dreistöckig an die Südseite des Haupthauses mit einem zentralen großzügigen Erschließungsbereich des bestehenden Klinikums situiert wird.
Die Kosten dieser Süd-Alternative entsprechen nach Berechnungen der betrauten Architekten denen der bisher verfolgten Nordvariante. Das Sozialministerium hat zugesagt, an der Förderung des Anbaus festzuhalten. Das bereits mit dem Sozialministerium abgestimmte Raum- und Funktionsprogramm ist auf die Süd-Alternative übertragbar.
Aufgrund der beschränkten Grundstücksfläche auf der Nordseite des Klinikums wurden die notwendigen Krankenhausbereiche bisher in einem siebengeschossigen Neubau geplant. Aufgrund der größeren Entwicklungsmöglichkeit und Nachbarschaftsverträglichkeit auf der Südseite des Klinikums können die geplanten Erweiterungen hier in einem dreigeschossigen Baukörper mit auf der Dachfläche aufgeständertem Hubschrauberlandeplatz geplant werden. Die See- und Alpensicht aus den Pflegestationen des achtgeschossigen Haupthauses wird damit nicht beeinträchtigt. Die zurückzulegenden inneren Wege für Patienten und Mitarbeiter sind mit den für die Nordvariante geplanten vergleichbar.
Auch der Standort für den Neubau des Vincentius-Krankenhauses wird mit den Neuplanungen verlagert. Um die Nähe zum Funktionsanbau mit Operationssälen, Röntgen, Labor und weiteren Einrichtungen erhalten zu können, sind für die orthopädische Fachklinik zwei eigenständige Baukörper mit Lichthof geplant.
Die Neuplanungen erfordern den vorgezogenen Abriss des dringend erneuerungsbedürftigen Kindergartens Rappelkiste sowie einer derzeit nur noch eingeschränkt genutzten Tiefgarage. Für den Kindergarten wie auch für Parkplätze soll zügig ein neuer Standort in unmittelbarer Nähe gefunden werden.
Durch die vom Gemeinderat zu beschließenden Neuplanungen wird sich zwar die Genehmigungsplanung für den Anbau um zirka fünf bis sechs Monate verschieben, jedoch kann die Realisierung der Planung eher zügiger begonnen werden. Deshalb werden die geänderten Planungen favorisiert, da bei der Nordvariante auch durch mögliche Einsprüche von Anwohnern der Allmannsdorferstraße zeitnah keine Planungssicherheit gewährleistet werden kann.