Zum ersten Mal hat Nycomed einen Trainingskurs für Chirurgen in Konstanz angeboten. Solche Trainingskurse fanden bisher lediglich in 14 ausgewiesenen Trainingszentren im Bundesgebiet statt. Das Pharmaunternehmen will das neu eröffnete Quartierszentrum der Spitalstiftung Konstanz am Klinikum nach den positiven Erfahrungen weiterhin nutzen und hat bereits die Zusage für drei weitere Workshops im nächsten Jahr gegeben.
Sechs Augenpaare sind auf einen Bildschirm gerichtet, hochkonzentriert verfolgen drei Chirurgen dort, wie zwei stark vergrößerte, eigentlich gerade einmal wenige Millimeter lange Zangen einen hauchdünnen Faden am Darm verknoten. Man sieht das Blut in den umliegenden Organen pulsieren, während Stefan Eisoldt, Chirurg am Klinikum Konstanz, die zwei Zangen an langen Stäben führt. Die Stäbe stecken in einer durch einen festen Stoff abgedeckten Wanne, in der sich die Organe befinden.
Obwohl drei Wannen dieser Art im Sauerbruch-Saal des neuen Quartierszentrums der Spitalstiftung Konstanz stehen, herrscht fast eine Atmosphäre wie im OP-Saal. Nycomed führt hier gemeinsam mit der Medizintechnik-Firma Storz aus Tuttlingen das erste so genannte MIC-Training für Chirurgen in Konstanz durch. Als MIC (minimal-invasive Chirurgie), besser bekannt als Knopflochchirurgie, wird das Operationsverfahren bezeichnet, bei dem Chirurgen Operationswerkzeug über wenige Millimeter große Zugänge zum Beispiel in der Bauchdecke steuern. Große Schnitte sind so nicht nötig.
Prof. Bernd Reith, Chefarzt der Klinik für Viszeral-, Kinder- und Gefäßchirurgie am Klinikum Konstanz hat den Trainingskurs, an dem auch Chirurgen benachbarter Kliniken teilnehmen, in das Quartierszentrum geholt. Sein Ziel ist es, dass das für Patienten sehr schonende Verfahren optimal eingeübt und weitergegeben wird. "Bei einem solchen Kurs lässt sich die Operationstechnik realitätsnah trainieren", sagte er. Die Wannen sind speziell entwickelte "POP-Trainer" (Pulsating Organ Perfusion Trainer). In diesen Simulationskästen pulsiert Theaterblut durch Gallenblase, Leber, Magen, Milz und Darm. Dabei testen die Chirurgen viele verschiedene Methoden und ganze Operationsabläufe an Organen, die wenige Stunden davor Schweinen entnommen wurden.
Karin Pabst, Marketing-Mitarbeiterin von Nycomed, war positiv überrascht von den neuen Räumlichkeiten am Klinikum. "Eine solche Fortbildung stellt besondere Anforderungen an einen Raum, schließlich benötigen die Trainer die geeignete Infrastruktur und technische Ausstattung", erläutert sie. Die Räume haben den Eignungstest bestanden: Im nächsten Jahr will Nycomed drei Weiterbildungen für Chirurgen im Sauerbruch-Saal anbieten, der seinen Namen einem Kunstwerk von Hans Sauerbruch verdankt - und Hans Sauerbruch war schließlich der Sohn eines der bedeutendsten Chirurgen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Prof. Dr. Ferdinand Sauerbruch.
Weitere Informationen im Internet: www.nycomed-forum.de

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Realitätsgetreue Operation an Organpräparaten: Chirurgen verschiedener Kliniken der Region haben Trainingskurs im Quartierszentrum am Klinikum Konstanz absolviert.