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BUND-Gütesiegel für Klinikum Konstanz
Donnerstag, den 16. Oktober 2008

BUND-Gütesiegel für Klinikum Konstanz

Umweltorganisation würdigt Energieeinsparung des Krankenhauses

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) hat das Klinikum Konstanz mit dem Gütesiegel "Energie sparendes Krankenhaus" ausgezeichnet. In einer Festveranstaltung hat die Landesvorsitzende des BUND Baden-Württemberg Dr. Brigitte Dahlbender die Anstrengungen des Klinikums für den Klimaschutz gewürdigt und stellvertretend für die Mitarbeiter des Klinikums den Direktoren Prof. Gert Müller-Esch und Martin Stuke das Gütesiegel übergeben.

Das Klinikum Konstanz hat den CO2-Ausstoß um 25 Prozent reduziert. Das entspricht einer Vermeidung von 1600 Tonnen CO2 jährlich. Dies wurde erreicht, indem das Klinikum während umfangreicher Sanierungs- und Umbauarbeiten in den vergangenen Jahren Einsparungen im Energieverbrauch stets im Blick hatte. Die Einsparungen seien nicht nur dem Spardruck, dem Krankenhäuser ausgesetzt sind, geschuldet, betonte Martin Stuke, Klinikdirektor Finanzen und Wirtschaft. Das Klinikum wolle nachhaltig handeln und für die Gesundheit der Konstanzer wirken - nicht erst, wenn sie als Patienten im Haus behandelt werden. Durch die erzielten Einsparungen im Energieverbrauch trägt das Klinikum auch zur Feinstaubreduzierung in der Stadt Konstanz bei. Bürgermeister Claus Boldt nahm diesen Aspekt auf und machte das Bemühen der Stadt, in ihren Einrichtungen eine Vorbildrolle im Klimaschutz einzunehmen, anschaulich. "Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind Themen, die unsere Stadt zentral bewegen und insbesondere unser im Januar vom Gemeinderat verabschiedetes Stadtentwicklungsprogramm "Zukunft Konstanz 2020" wesentlich mitbestimmen. Die Einsparung und der effiziente Gebrauch von Energie, eine erweiterte Energieberatung und schließlich die Förderung regenerativer Energien sind dabei unsere zenralen Aktionsfelder", so der Bürgermeister.

Das Klinikum Konstanz ist das vierte Krankenhaus in Baden-Württemberg, das das BUND-Gütesiegel erhalten hat. Der Amtschef des baden-württembergischen Umweltministeriums Bernhard Bauer würdigte das beispielhafte Engagement des Klinikums: "Beim Klimaschutz brauchen wir tatkräftige Partner wie das Klinikum Konstanz. Ich hoffe, dass das Engagement und die erzielten Erfolge weitere Krankenhäuser im Land ermutigt und Nachahmer findet." Durch die verbesserte Energieeffizienz werde ein nachhaltiger Beitrag zur Senkung der Betriebskosten des Klinikums wie auch zum Klimaschutz geleistet. "Ökonomie und Ökologie gehen Hand in Hand", so Ministerialdirektor Bauer.

Auch Dr. Brigitte Dahlbender bezeichnete das Engagement des Klinikums als herausragend: "Sie haben das getan, was uns auf politischer Seite oft fehlt: Sie haben gehandelt. Mit viel Engagement und großem technischem Sachverstand haben Sie die Kraft-Wärmekopplung umgesetzt, in allen Gebäuden eine effiziente Beleuchtung installiert und mit dem neuen Pflegeheim sogar ein Passivhaus realisiert. Durch Ihre Initiative ersparen Sie der Region Konstanz pro Jahr allein 1600 Tonnen Kohlendioxid. Das Klinikum Konstanz sollte für viele andere Krankenhäuser und Kliniken in Deutschland ein Vorbild sein."

Während der rund vierjährigen Sanierungsarbeiten am Hauptgebäude, das im Jahr 1972 errichtet worden war, wurden umfangreiche Maßnahmen getroffen, die den Energieverbrauch einschränken und damit Kosten einsparen So wurde der gesamte Pflegetrakt einschließlich der Fenster wärmegedämmt, die elektrischen Leuchten erhielten elektronische Vorschaltgeräte, die den Stromverbrauch reduzieren, alle Heizungen haben Thermostatventile.

Vor allem am Herzstück der Energieversorgung wurde kräftig gearbeitet: 2006 wurde die neue Energiezentrale in Betrieb genommen, die 800 Einfamilienhäuser beheizen und mit Strom versorgen könnte. Dank modernem Blockheizkraftwerk mit einer Kopplung von Strom-, Wärme- und Kälteproduktion können alle Gebäude auf dem Klinikgelände mit dem versorgt werden, was sie benötigen. Parallel liefen und laufen Aktionen, um die Verbraucher weiter zum Energiesparen anzuhalten.

Die Feier fand im neu eröffneten Haus der Spitalstiftung statt, das ebenfalls streng nach Gesichtspunkten des Klimaschutzes saniert worden war und auf dessen Dach sich 400 Quadratmeter Solarzellen zur Stromproduktion befinden.

Das BUND-Gütesiegel wird seit 2001 verliehen - bisher bundesweit an 24 Krankenhäuser. In Baden-Württemberg ist das Klinikum Konstanz das vierte Krankenhaus, das diese Auszeichnung erhält. Das Gütesiegel geht an Krankenhäuser, die sich in besonderer Weise für Energieeffizienz und Klimaschutz im Hause engagieren. Es zeigt, wie intelligente Lösungen den Energiebedarf drastisch reduzieren, effiziente Energieumwandlungen erreichen und den Einsatz erneuerbarer Energien vorantreiben.
Die ausgezeichneten Krankenhäuser stehen für Best-practice-Beispiele, da sie im besten Sinne ökonomisches und ökologisches Handeln in Dienstleistungsunternehmen praktizieren.
Weitere Informationen finden Sie unter www.energiesparendes-krankenhaus.de.

Das Klinikum Konstanz ist ein Krankenhaus der Zentralversorgung, in dem jährlich mehr als 17 000 Patienten stationär versorgt werden.

Martin Stuke, Dr. Brigitte Dahlbender, Prof. Dr. Müller-ESch und Ministerialdirektor Bernhard Bauer bei der Verleihung des Zertifikats Energie Sparende Krankenhaus an das Klinikum Konstanz
Bildtext: BUND-Landesvorsitzende Dr. Brigitte Dahlbender hat den Direktoren des Klinikum Konstanz, Martin Stuke (links) und Prof. Gert Müller-Esch (2. v. rechts) das BUND-Gütesiegel Energie sparendes Krankenhaus verliehen. Bernhard Bauer, Ministerialdirektor im Umweltministerium Baden-Württemberg (rechts), gratulierte dem Klinikum zu dieser Auszeichnung.