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Klinikum Konstanz, Pressemitteilung
Montag , der 29.09.2008

Protest in Berlin für das Patientenwohl

Mitarbeiter und Klinikdirektion demonstrieren für die Rettung der Krankenhäuser

Rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums Konstanz waren mit dabei, als zirka 130 000 Beschäftigte der 2100 Krankenhäuser in Deutschland in Berlin auf die Straße gingen, um gegen die derzeitige ihrer Meinung nach unzureichende Finanzierung der Krankenhäuser zu protestieren. Wut und Frust waren denn auch für Konstanzer Pflegekräfte, Ärzte und Therapeuten Anlass, die lange Fahrt im Sonderzug nach Berlin auf sich zu nehmen. Sie fürchten, dass Sparmaßnahmen auf Kosten des Personals und damit auf Kosten der Patienten getätigt werden. "Die Versorgung wird schlechter, wenn sich weniger Personal, um mehr Patienten kümmern muss", betonte eine Krankenschwester. Sie kritisierte zudem die Gefahr, dass die Behandlung der Patienten von der Gebührenstruktur beeinflusst wird: "Nicht was dem Patient gut tut, sondern womit das Krankenhaus dringend benötigtes Geld verdienen kann, stünde dann im Vordergrund."

"Wir demonstrieren im Interesse der gesamten Konstanzer Bevölkerung. Jeder kann morgen schon Patient sein und möchte sich dann gut versorgt wissen", sagte Bürgermeister Claus Boldt, der die Mitarbeiter mit Prof. Gert Müller-Esch, Klinikdirektor Medizin, und Martin Stuke, Klinikdirektor Finanzen und Wirtschaft, begleitete. Bei Gesprächen mit den Bundestagsabgeordneten aus dem Landkreis Konstanz, Peter Friedrich (SPD) und Andreas Jung (CDU), machten sie ihre Sorgen zur Zukunft der Krankenhäuser in Deutschland deutlich.

"Als Beschäftigter im Gesundheitswesen kommt man sich vor, wie der Buhmann der Nation", sagte ein Pfleger. Die meisten Arbeitnehmer könnten am Aufschwung in Deutschland teilhaben - Pflegekräfte hätten das Nachsehen. "Ein Schlüsseldienst hat eine höhere Nachtzulage als wir", empörte sich ein weiterer Pfleger mit Verweis auf die hohe Verantwortung, die psychische und physische Belastung bei der Pflege von Kranken. Eine Folge der Arbeitsbedingungen sei, dass viele Angehörige von Gesundheitsberufen Arbeitsplätze im Ausland annehmen und die Ausbildung unattraktiv werde: "Die guten Leute sind dann weg."

Protest in Berlin für das Patientenwohl