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Kompetenz für Schilddrüsen- und Nebenschildrüsenchirurgie

Die Chirurgische Abteilung am Klinikum Konstanz unter der Leitung von Prof. Dr. Bernd Reith hat das Zertifikat als „Kompetenzzentrum für Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenchirurgie" der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) erhalten. Die Klinik ist damit eines von 15 zertifizierten Zentren in Deutschland.

Die Vergabe des Zertifikates ist an strenge Richtlinien gebunden. Die Behandlung der Erkrankungen der Körperdrüsen zeichnet sich in einem Kompetenzzentrum durch die Einhaltung von strengen Richtlinien und einer abgestimmten Zusammenarbeit aller erforderlichen Fachdisziplinen aus.

Herr Prof. Dr. Reith: Was bedeutet die Auszeichnung “Kompetenzzentrum für Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsen-chirurgie”?

Diese Auszeichnung zeigt, dass wir durch die entsprechende Fachgesellschaft der Chirurgen, die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie hinsichtlich unserer Qualität in der Klinik geprüft wurden und transparent die Ergebnisse dargestellt haben. Die Auszeichnung unterstreicht, dass man über Jahre kontinuierlich auf dem Gebiet der endokrinen Chirurgie (sprich Schilddrüsenchirurgie) mit hoher Qualität gearbeitet hat und dieses auch entsprechend dokumentieren konnte.

Wie viel Vorbereitungszeit war für die Zertifizierung notwendig?

Die Zertifizierung kann dann beantragt werden, wenn mehr als zwei Jahre im Vorfeld die entsprechenden Fallzahlen erreicht wurden und kontinuierlich an Qualitätssicherung und strukturierten Abläufen gearbeitet worden ist.

Wer war an der Zertifizierung alles beteiligt?

Ohne den Aufbau eines entsprechenden Netzwerkes mit allen internen und externen Beteiligten ist eine Zertifizierung nicht durchzuführen. Abgeprüft werden innerhalb des Hauses alle vorhandenen Netzwerkstrukturen mit den notwendigen Fachdisziplinen. Beteiligt waren Zentrum für Innere Medizin, die Radiologie, die Pathologie, die Nuklearmedizin und Nukleartherapie, die Strahlentherapie.
Eine wichtige Zusammenarbeit besteht auch mit externen Partner, wie z. B. endokrinologischen Facharztpraxen oder der Strahlentherapie.

Was sind die Symptome einer Schilddrüsenerkrankung?

Symptome ergeben sich durch unterschiedliche Funktionszustände der Schilddrüse. So sind die Über- und Unterfunktion der Schilddrüse Veränderungen, die im Alltag auffällig sind.

Die Schilddrüsenüberfunktion ist gekennzeichnet von Schilddrüsenvergrößerung, Nervosität, Schlaflosigkeit, innere Unruhe, Zittern, Hitzewallungen, rasches Schwitzen, warme und feuchte Haut, erhöhter Puls, vermehrter Durst, Gewichtsverlust, erhöhter Blutdruck, Muskelschmerzen. Bei einer speziellen Form, dem Morbus Basedow, kommen zusätzlich noch lichtempfindliche tränende Augen hinzu und das Phänomen der hervortretenden Augen.

Die Schilddrüsenunterfunktion geht mit allgemeiner Schwäche und Ermüdung einher, bei manchen auch mit psychischen Problemen, Störung des Bewusstseins, des Orientierungssinns und des Gedächtnisses. Manchmal kommt es zu Schwellungen im Gesicht um die Augenhöhle, die Haut wird trocken und dick. Glanzlose struppige Haare, auch Haarausfall.

Eine weitere große Gruppe der Schilddrüsenerkrankungen sind die Knotenbildungen. Hier geht es um warme, heiße und kalte Knoten. Insbesondere kalte Knoten weisen eine besondere Gefährdung auf, da bis zu 5 % bereits einen bösartigen Befund, also einen Schilddrüsenkrebs beherbergen können.

Gibt es spezielle Personengruppen, die besonders von Schilddrüsenerkrankungen betroffen sind?

Besonders betroffen können alle Personen sein, die in Regionen leben, wo es einen natürlichen Jodmangel gibt. Nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation ist Deutschland weiterhin ein Jodmangelgebiet. Trotz einer verbesserten Versorgung in der Zwischenzeit durch die Gabe von Jodtabletten, reicht der Jodgehalt in der Nahrung weiterhin nicht zur Bedarfsdeckung aus. Betroffen sind besonders Binnenregionen, wie die Region um den Bodensee, die Eiffel und viele andere Regionen in Deutschland, mit Ausnahme der Seeküstenregion.

Woran erkennt man erste Anzeichen einer Schilddrüsenerkrankung?

Ein klassisches Phänomen ist die Schilddrüsenvergrößerung, die man im Bereich des Halses sehen oder tasten kann.

Wann ist der Zeitpunkt, in dem ein Patient mit Schilddrüsenerkrankungen in eine Klink muss?

Eine operative Behandlung ist dann angezeigt, wenn es sich um große Knotenbildungen handelt, Entwicklung von kalten Knoten, heiße Knoten dann, wenn die Alternative Radiojodtherapie nicht eingesetzt werden kann oder soll; Rezidiv, also wiederkehrende Knoten oder Schilddrüsenvergrößerungsbildung; der Morbus Basedow und der Schilddrüsenkrebs und Schilddrüsenentzündungen mit erheblicher Vergrößerung oder Schwierigkeiten bei der Hormoneinstellung.

Kann man nach einer Operation so weiterleben wie zuvor?

Grundsätzlich ja. Es stellt sich die Frage der Menge an entferntem Schilddrüsengewebe und die Frage zur Notwendigkeit einer Ergänzung von Schilddrüsenhormonen durch Tabletteneinnahme. Unter entsprechender Medikation lassen sich alle Störungszustände gut ausgleichen und so ist es sinnvoll, unter entsprechender Kontrolle eine ausgeglichene Hormonsituation zu erlangen.

Die Fragen beantwortete Prof. Dr. Bernd Reith, Chefarzt der Klinik für Visceral-, Kinder- und Gefäßchirurgie am Klinikum Konstanz.

Kontakt:

Klinikum Konstanz
Viszeral-, Kinder- und Gefäßchirurgie
Luisenstraße 7,
78464 Konstanz

Tel: 07531-801-1101
Fax: 07531 801-1109
vtg-chirurgie@klinikum-konstanz.de

www.klinikum-konstanz.de

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