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Pneumothorax

Beim Pneumothorax (=Lungenkollaps) unterscheidet man zwischen dem primären (oder Spontanpneumothorax) und dem sekundären Pneumothorax.

Der Spontanpneumothorax tritt zumeist bei jungen, hoch aufgeschossenen und sehr schlanken Männern (sog. Astheniker) im Alter von 16 bis 25 Jahren auf. Frauen sind etwa siebenmal seltener betroffen.

Symptome:

Das Beschwerdebild ist sehr verschieden und reicht vom nahezu völligen Fehlen von Beschwerden bis hin zu starken Schmerzen und Atemnot.

Ursache:

Verantwortlich für den Lungenkollaps sind Bläschen an der Lungenoberfläche, die angeboren sind, bzw. die angeborene Bereitschaft, solche Bläschen zu bilden. Wenn eines oder mehrere dieser Bläschen platzen, kommt es zum Lungenkollaps. Dieses Platzen kann man nicht provozieren, aber eben auch nicht verhindern - es tritt spontan auf.

Therapie:

Tritt ein Pneumothorax das erste Mal auf, ist die Anlage einer Thoraxdrainage typischerweise die erste Therapie. Die angesammelte Luft wird über den eingelegten Schlauch abgesaugt und die Lunge wieder zur Ausdehnung gebracht. Im Normalfall beträgt die Behandlungsdauer mit der Drainage 2 Tage. Mit dieser Methode können etwa die Hälfte der Patienten auf Dauer geheilt werden.

Der erfahrene Thoraxchirurg sieht gleich nach Anlage der Drainage bzw. im weiteren Verlauf der Behandlung, ob eine realistische Chance besteht, ohne Operation den Pneumothorax dauerhaft beseitigen zu können.

Ist diese Chance nicht gegeben oder handelt es sich um ein Zweitereignis (sog. Rezidiv), wird zügig die Operation angestrebt. Hierbei wird minimal-invasiv (sog. Schlüssellochchirurgie) der Teil der Lunge, der die Bläschen trägt entfernt. In den meisten Fällen (mehr als 95%) finden sich die Bläschen an der Lungenspitze. Das entfernte Lungengewebe macht nicht einmal 1% des gesamten Lungengewebes aus. Zusätzlich wird ein Teil des Rippfells entfernt, um dafür zu sorgen, dass die Lunge mit der Brustwand verklebt. Mit dieser Methode kann eine dauerhafte Heilung in mehr als 95% der Fälle erfolgen.

Die Operation ist im Normalfall binnen 30 Minuten durchzuführen, die Drainage wird am Tag nach der Operation entfernt und der Patient verlässt i. d. R. am zweiten oder dritten Tag nach der Operation das Krankenhaus.

Die teilweise oder auch komplette Entfernung des Rippfells (sog. Pleurektomie) hat keinerlei negative Auswirkungen auf die Atmung oder die Leistungsfähigkeit. Sie wird nach Abschluss der Wundheilung gar nicht mehr bemerkt.

In Zahlreichen Kliniken wird bereits beim ersten Auftreten eines Pneumothorax die Operation empfohlen. Wir lehnen dies ab, da - wie wir aus den Statistiken wissen - diese Operation in ca. 50% der Fälle unnötig ist.

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