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Im Volksmund heißt es oft, "er hat Wasser auf der Lunge". Gemeint ist aber eine Flüssigkeitsansammlung im Brustkorb zwischen Lunge und Brustwand.
Zahlreiche Erkrankungen können Ursache für die Entstehung eines Pleuraergusses sein. In der Thoraxchirurgie haben wir es zumeist mit einem sog. malignen Pleuraerguß zu tun. Verantwortlich für das Entstehen sind bösartige Zellen, die sich auf dem Rippfell (=Pleura) angesiedelt haben. Man spricht dann von einer Pleurakarzinose. Grundsätzlich können alle bösartigen Tumoren eine solche Pleurakarzinose verursachen.
Die Patienten leiden immer unter Atemnot, wobei es oft erstaunlich ist, welche großen Mengen an Flüssigkeit im Brustkorb toleriert werden, bevor die Kurzatmigkeit eintritt. Viele Patienten werden zusätzlich durch einen Husten gequält. Schmerzen sind die Ausnahme.
Oft ist es erforderlich, eine sofortige Entlastung durch eine Punktion herbeizuführen.
Wann immer möglich, streben wir die Operation an. Ziel hierbei ist es, mit einem Eingriff die Flüssigkeitsproduktion für immer zu stoppen. Hierfür stehen uns zwei Verfahren zur Verfügung: Die Entfernung (=Pleurektomie) des Rippfells und die Verödung (=Pleurodese).
Wir bevorzugen die Pleurektomie, weil hierbei das für die Flüssigkeitsproduktion verantwortliche Organ entfernt wird. Sollte dieser Eingriff nicht möglich sein - bspw. wegen des reduzierten Zustandes des Patienten - können wir eine Verödung des Rippfells mit Talkum durchführen. Durch das gezielte Aufsprühen von Talkum-Puder unter Sicht wird eine starke Entzündungsreaktion eingeleitet, die zu einer Verklebung von Rippfell und Lunge führt.
Beide Methoden werden minimal-invasiv (Schlüssellochchirurgie) durchgeführt. Bedingung für eine erfolgreiche Operation ist, dass die Lunge sich nach Entfernen der Flüssigkeit vollständig ausdehnen kann. Nur dann ist eine Verklebung von Lunge und Brustwand möglich. Deshalb sollten im Vorfeld der Operation so wenige Punktionen wie möglich erfolgen und die Operation so früh wie möglich nach Diagnosestellung durchgeführt werden.
Mit beiden Methoden können wir in über 90% der Fälle die Patienten dauerhaft von den Pleuraergüssen befreien.
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