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Unter Hyperhidrose versteht man krankhaftes Schwitzen. Grundsätzlich kann diese übermäßige Schweißproduktion am ganzen Körper auftreten, es gibt jedoch einige Körperregionen, wo dies gehäuft zu beobachten ist. Dies sind der Kopf, die Achseln, Hände und Fußsohlen.
Die Ursache für dieses krankhafte Schwitzen ist unbekannt. Behandlungsansätze gibt es viele: So wird versucht, mit Salben, Lotionen und Pudern - viele davon enthalten Aluminium - das Schwitzen einzudämmen oder gar zum Verschwinden zu bringen- zumeist allerdings mit eher geringem Erfolg.
Bei der sog. axillären Hyperhidrose - dem krankhaften Schwitzen in den Achselhöhlen - wird die Fettabsaugung aus den Achselhöhlen angeboten. In diesem Fett befinden sich auch die Schweißdrüsen.
Im häufiger werden Botoxinjektionen dazu verwendet, das Schwitzen an Händen und Fußsohlen zu bekämpfen. Diese Methode ist schmerzhaft und teuer, sie muss vom Patienten selbst bezahlt werden, die Wirkung ist von begrenzter Dauer und die Wirkdauer wird in der Regel von Injektion zu Injektion kürzer.
Die Methode, die von den Thoraxchirurgen seit mehr als 40 Jahren angeboten wird, ist die sog. thorakale Sympathektomie. Dabei wird der Nervus sympathicus, der Teil des vegetativen Nervensystems ist, im Brustkorb an genau definierten Stellen durch das Setzen von Titanclips unterbrochen und die winzig kleinen Nervenäste, die der Hauptstamm des Nerven abgibt, durchtrennt. Die Wirkung tritt sofort ein, d.h. die betroffenen Körperregionen sind sofort trocken.
Bei uns im Klinikum Konstanz wird diese Methode minimal-invasiv in Videotechnik durchgeführt. Der Patient befindet sich auf dem OP-Tisch in einer halbsitzenden Position (sog. Beachchair). Die Operation wird auf beiden Seiten durchgeführt. Hierfür werden jeweils zwei Schnitte von 1 cm Länge benötigt. Der Eingriff, der in Vollnarkose erfolgt, dauert ca. 45 Minuten. Die Entlassung erfolgt zumeist am zweiten Tag nach dem Eingriff.
Mit dieser Methode kann das krankhafte Schwitzen in der Achselhöhle sowie an Händen und Füßen therapiert werden.
Die Erfolgsquote ist sehr hoch, sie liegt deutlich über 95%. Bei 20 bis 30% der Patienten kommt es zu einem sog. "kompensatorischen Schwitzen". Zumeist tritt dieses vermehrte Schwitzen im Bereich des Rückens, des Gesäßes oder der Oberschenkel auf. Die überwiegende Mehrzahl der davon betroffenen Patienten ist dennoch mit dem Operationsergebnis sehr zufrieden, da dies mit einem erheblichen Gewinn an Lebensqualität verbunden ist.
Komplikationen sind äußerst selten. Wichtig ist es, darauf zu achten, dass keine Schmerzen empfunden werden und ggf. Schmerzmittel über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.
Vor der Entscheidung zu einer Operation, die von den Krankenkassen bezahlt wird, ist in jedem Fall ein ausführliches Gespräch mit dem Chirurgen erforderlich.
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