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Der Lungenkrebs ist in Deutschland die nach dem Prostatakarzinom der zweithäufigste Krebsart beim Mann und der vierthäufigste Krebs bei der Frau. Ursache ist in den allermeisten Fällen das Rauchen oder Passivrauchen. Die meisten Patienten erkranken im fünften und sechsten Lebensjahrzehnt, Männer sind wesentlich häufiger betroffen, der Anteil der Frauen nimmt jedoch stetig und schnell zu.
Wie bei den meisten Krebserkrankungen gibt es keine typischen Frühsymptome. Erste Beschwerden in Form eines fortbestehenden Hustens, von Atemnot oder Abgeschlagenheit sollten insbesondere bei Rauchern oder ehemaligen Rauchern hellhörig machen.
Jeder Husten und jede Auffälligkeit im Röntgenbild, die länger als sechs Wochen bestehen, müssen kompetent abgeklärt werden!
In weiter fortgeschrittenen Stadien der Krebserkrankungen kann es neben Atemnot zu Schmerzen, Heiserkeit und Bluthusten kommen.
An erster Stelle der Diagnostik steht nach wie vor eine Röntgen-Aufnahme des Brustkorbes (= Thorax) in zwei Ebenen. Besteht dann der Verdacht auf ein Bronchialkarzinom sollte heute eine PET-CT durchgeführt werden. Mit dieser modernen Kombinationsuntersuchung kann mit einem Verfahren der gesamte Körper mit Ausnahme des Gehirns präzise untersucht werden. Unter bestimmten Voraussetzungen erfolgt dann noch eine Kernspinuntersuchung des Gehirns.
Eine Spiegelung der Atemwege (= Bronchoskopie) erfolgt grundsätzlich vor jedem thoraxchirurgischen Eingriff. Im Falle des Bronchialkarzinoms kann ggf. hiermit die Gewebetypisierung erfolgen und zugleich wichtige Informationen für die OP-Planung erhalten werden.
Neben diesen Untersuchungen, die sich ganz auf den Tumor konzentrieren, wird zugleich abgeklärt, ob wir einen Patienten aufgrund seiner Leistungsfähigkeit operieren können. Hierzu dienen Blutgasanalyse, Lungenfunktionsprüfung und ggf. ergänzende Leistungstests.
Laboruntersuchungen und EKG gehören selbstverständlich zum Untersuchungsprogramm.
Wann immer möglich, sollte eine Operation angestrebt werden. Die Operation mit der radikalen Entfernung des Tumors eröffnet die Chance auf Heilung bzw. ein langes Überleben.
Bei der Operation werden in der Regel der Tumortragende Lungenlappen sowie alle erreichbaren Lymphknoten entfernt. Manchmal ist es erforderlich, einen gesamten Lungenflügel zu entfernen. Diese Operation versuchen wir, wenn möglich, durch den Einsatz spezieller Operationsverfahren (sog. bronchoplastischer Methoden) zu vermeiden.
Immer häufiger wird die Operation in Abhängigkeit vom Tumorstadium mit einer Chemo- oder einer Strahlentherapie - manchmal auch mit einer Kombination von beidem - kombiniert. Hierdurch kann ggf. die Chance auf eine Heilung bzw. ein langes Überlegen verbessert werden.
Die Entscheidung zu diesen Therapien wie auch zur OP wird immer nach gemeinsamer Diskussion der individuellen Situation von Chirurgen, Onkologen und Strahlentherapeuten getroffen.
Ist eine Operation nicht sinnvoll - auch diese Entscheidung wird gemeinsam getroffen - wird je nach Situation eine Chemotherapie oder eine Strahlentherapie angewandt werden. Auch hier kann es zu einer Kombination der zwei Therapieformen kommen.
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