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Sozialpädiatrisches Zentrum

Frühgeborenen-Nachsorge und Nachsorge von "Risiko-Kindern" am SPZ Konstanz

Auch bei optimaler Betreuung besteht bei Frühgeborenen ein Risiko für spätere Entwicklungsauffälligkeiten. Auch reifgeborene Kinder mit größeren Problemen während der Schwangerschaft oder um die Geburt herum haben Risiken für ihre weitere Entwicklung. Es ist daher wichtig, den weiteren Entwicklungsverlauf der Kinder zu beobachten, um durch entsprechende Untersuchungen Auffälligkeiten früh erkennen und rechtzeitig behandeln zu können.

Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen werden viele Probleme bereits durch die Kinderärztin/den Kinderarzt in der kinderärztlichen Praxis erkannt und ggf. behandelt.

Darüber hinaus bietet das Sozialpädiatrische Zentrum spezielle Nachsorgetermine an, um die Entwicklung von Frühgeborenen und "Risikokindern" zu begleiten. Hierbei werden besonders die Entwicklung von Motorik, Körperwahrnehmung, Sprache sowie das Spiel- und Sozialverhalten beurteilt. Zu bestimmten Zeitpunkten (z.B. mit 24 Monaten) wird dazu auch ein umfangreicher Entwicklungstest durchgeführt. Die Ergebnisse werden mit den Eltern besprochen und evtl. nötige therapeutische Schritte empfohlen. Im SPZ arbeiten auf Entwicklungsprobleme von Kindern spezialisierte Fachleute aus verschiedenen Berufsgruppen aus den Bereichen Entwicklungsneurologie/Sozialpädiatrie, Psychologie, Krankengymnastik, Ergotherapie und Logopädie zusammen.

Die Frühgeborenen/"Risikokinder"-Nachsorge am SPZ Konstanz umfasst folgende Kinder:

  1. alle Frühgeborenen < 32. SSW bzw. Gewicht < 1500g
  2. Kinder mit folgenden Riskiofaktoren (unabhängig vom Körpergewicht)
  • Kinder mit peripartaler Asphyxie (5-Min.-APGAR <4 oder NAph < 7,0
  • Maschinelle Beatmung mit Intubation > 24 Stunden
  • Hypoxisch-ischämische Encephalopathie
  • Kinder mit mehreren postpartalen Krampfanfällen
  • Hirnblutungen Grad II-IV oder nachgewiesene Leukomalazie
  • Meningitis
  • Kinder, die bei Entlassung von der Neugeborenenstation noch neurologische Auffälligkeiten zeigen
  • Schwerwiegende psychosoziale Risikofaktoren in der Familie

Die Untersuchungszeitpunkte können besonders bei Risikokindern dem individuellen Verlauf angepasst werden.

Folgende Untersuchungstermine werden vorgeschlagen:

1-3 Monate: Erstuntersuchung bei neurologisch auffälligen Kindern individuell, abhängig von neurologischem Befund und Fragestellung 1-3 Monate nach Entlassung

3 Monate: Erstuntersuchung bei neurologisch unauffälligen Frühgeborenen in der Regel 3 Monate nach Entlassung

4-24 Monate: Empfehlung weiterer Kontrolltermine nach klinischem Verlauf und Bedarf
Beispiel: 6-7 Monate: -neuro-/sozial-pädiatrische Untersuchung
-ggf. Entwicklungstest
-ggf. Weiterüberweisung zur
-augenärztlichen Untersuchung, sofern nicht schon erfolgt
-Hörprüfung, sofern nicht schon erfolgt

2 Jahre: kinderneurologisch/sozialpädiatrische Untersuchung Entwicklungstest

2-5 Jahre: Empfehlung weiterer Untersuchungen nach Bedarf

5-6 Jahre: Einschulungsuntersuchung -Psychologische Untersuchung und Beratung im Hinblick auf die Einschulung

  • Die Untersuchungszeitpunkte beziehen sich auf das korrigierte Alter, also nicht auf den Geburtstermin sondern auf den auf den errechneten Termin!
  • Die Nachuntersuchungen im SPZ erfolgen auf kinderärztlichen Überweisungsschein.
  • Bei Entlassung aus der Kinderklinik wird der/dem weiterbehandelnden Ärztin /Arzt und den Eltern ein Nachuntersuchungstermin vorgeschlagen.

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