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Diabetologie

Gestationsdiabetes

Der Gestationsdiabetes ist eine erstmals in der Schwangerschaft auftretende oder diagnostizierte Kohlenhydratstoffwechselstörung.

Risikofaktoren:

  • Diabetes in der Familie
  • Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung
  • Diabetes in einer früheren Schwangerschaft
  • Komplikationen in einer früheren Schwangerschaft
  • Alter über 30 Jahre
  • Kind zu groß im Verhältnis zur Schwangerschaftsdauer
  • Zu großes Kind in einer früheren Schwangerschaft

Diagnosestellung:

  • Wenn Risikofaktoren vorhanden sind - Screening (Blutzuckerbelastungstest)
  • Wenn keine Risikofaktoren - Screening in der 24. - 28. SSW
  • Wenn Screening negativ, Wiederholung des Blutzuckerbelastungstest in der 32. - 34. SSW

Blutzuckerbelastungstest - OGTT:

  • 75 g Glucose in 300 ml Wasser lösen
  • Innerhalb von 5 Minuten trinkenBlutzuckerkontrolle (im Labor) nüchtern, nach 1 Stunde und nach 2 StundenGrenzwert OGTT nüchtern 90 mg/dl nach 1 Stunde 180 mg/dl und nach 2 Stunden 155 mg/dlDie Tage vorher: normale Ernährung, keine Kohlenhydrate reduzieren

Welche Folgen sind möglich?

Für die Mutter:

  • Häufig keine Beschwerden
  • Bei erhöhtem Blutzucker vermehrt Durst und häufiges Wasserlassen
  • Gelegentliches Unwohlsein, schlechter Allgemeinzustand
  • Möglichkeit der Entwicklung eines Typ 2-Diabetes nach der Schwangerschaft

Für die Schwangerschaft:

  • Schwere Schwangerschaftskomplikationen durch Bluthochdruckentwicklung (Gestose) und Fruchtwasservermehrung (Hydramnion)
  • Geburtskomplikationen durch zu großes Kind
  • Früh- oder Fehlgeburt

Für das Kind:

  • Zu schnelles Wachstum (hoher Blutzucker der Mutter wird mit verarbeitet)
  • Entwicklungs- und Versorgungsstörungen (der Mutterkuchen (Plazenta) kann seiner Versorgungsaufgabe nicht mehr gerecht werden)
  • Unterzuckerung während der Geburt und in den ersten Lebenstagen

Therapie:

  • Diagnosestellung und Aufklärung über die Stoffwechselstörung ist das Wichtigste
  • In der Regel ist eine umfassende Ernährungsberatung ausreichend
  • Blutzuckerselbstmessung nach fachkundiger Anleitung kann notwendig sein
  • Nur in wenigen Fällen ist eine Insulinbehandlung nötig

Auf Grund des gestörten Kohlenhydratstoffwechsels sollte Folgendes beachtet werden:

  1. Verzicht auf Haushaltszucker, Honig und Reduktion der damit zubereiteten Lebensmittel (z.B. Marmelade, süß-sauer Kürbis, etc.)
  2. Verzicht auf zuckerhaltige Getränke. Achtung: auch ungezuckerte Obstsäfte enthalten sehr viel Zucker - diese nur stark verdünnt trinken
  3. Vermeiden von Süßigkeiten
  4. Vorsicht mit großen Mengen Obst ("pfundweise"), lieber 2-3 kleine Portionen Obst über den Tag verteilt
  5. auf Weintrauben sollte ganz verzichtet werden und Bananen nur selten
  6. Gemüse und Salat können je nach Verträglichkeit unbegrenzt gegessen werden
  7. Vollkornprodukte sind zu bevorzugen
  8. Obst- und Safttage sind ungeeignet

Es sollte eine gesunde Mischkost gegessen werden: mit drei Hauptmahlzeiten und bei Bedarf 2-3 Zwischenmahlzeiten.

Als Kohlenhydratträger sind die stärkehaltigen Lebensmittel (ballaststoffreich), Obst (in kleinen Mengen) und fettarme Milchprodukte zu bevorzugen.

Die Kost sollte abwechslungsreich und ausgewogen sein.

Diese Ratschläge ersetzen keine fachkundige Beratung und Therapie!

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