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Unter Varizen, auch Krampfadern genannt, versteht man krankhafte Erweiterungen und Schlängelungen oberflächlicher Venen (Adern) an den Beinen.
Entstehung
Krampfadern sind ein häufiges Leiden. Sie entstehen durch Druckerhöhung in den Venen, bei stehenden Berufen, häufig nach Schwangerschaften. Auch eine Bindegewebsschwäche der Venenwand spielt eine Rolle.
Typische Symptome
Typische Symptome (Krankheitserscheinungen) des Krampfadernleidens sind Schweregefühl in den Beinen, insbesondere bei längerem Stehen, kosmetische Beeinträchtigung durch hervortretende geschlängelte und erweiterte Venen, bläuliche bis bräunliche Hautverfärbung, in erster Linie am Unterschenkel innen, Hautjucken, Beingeschwüre im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung.
Diagnose
Das Krampfadernleiden wird aufgrund seiner Erscheinungen meist leicht durch den Patienten selbst oder den Arzt diagnostiziert. Unterstützt wird die Diagnose durch Untersuchungen:
Phlebographie und/oder Ultraschalluntersuchung stellen die Durchgängigkeit der tiefen Venen fest, eine Voraussetzung für die Operationsmöglichkeit von Krampfadern, ferner das Nichtfunktionieren von Venenklappen, wodurch es zum sogenannten Reflux (Rückfluss von Venenblut) kommt: das Blut fließt in umgekehrter Richtung, also vom Herz in die Peripherie und führt zu den erwähnten Stauungsbeschwerden.
© Klinikum Konstanz
Je nach Größe und Ort unterscheidet man folgende Varizen:
Stamm- und Seitenastvarizen treten bevorzugt im Bereich der Vena saphena magna an der Innenseite des Unter- und Oberschenkels und der Vena saphena parva an der Rückseite des Unterschenkels und deren Seitenästen auf. Perforanzvarizen: Erweiterung der Perforansvenen machen das Verbindungssystem zwischen oberflächlichen und tiefen Beinvenen funktionsunfähig. Sogenannte retikuläre Varizen, das sind netzartige oberflächliche Venenerweiterungen, deren Durchmesser 2 bis 4 mm beträgt. Sie treten bevorzugt in der Kniekehle und an der Außenseite von Ober- und Unterschenkeln auf. Besenreiservarizen sind dicht unter der Haut fast parallel verlaufende, kleinste erweiterte Venen, die ein spinnengewebsartiges Netz bilden. Besenreiser verursachen selten Beschwerden. Sie können aber ein Hinweis sein auf darunter liegende Krampfadern.
© Klinikum Konstanz
Krossektomie: Die Unterbrechung der Verbindung zwischen der V. saphena magna (große Beinvene) und der Oberschenkelvene oder zwischen der V. saphena parva und der Unterschenkelvene wird als Krossektomie bezeichnet. Sie umfasst die Abtragung des Mündungsteils unter Abtrennung aller Seitenäste und die Unterbindung der Stammvenen an der Einmündung in das tiefe Venensystem.
Stammvenenresektion: Die Resektion (Entfernung) der V. saphena magna oder parva kann teilweise oder komplett durchgeführt werden. Gesunde Venensegmente werden nicht entfernt.
Exhairese von Seitenästen: Die Seitenastexhairese (Phlebektomie = Teilentfernung einer Vene) wird über kleinstmöglichen Hauteinschnitt mittels feiner Klemmen vorgenommen. Im Einzelfall kann die Kombination mit einer Verödungstherapie vorgenommen werden.
Das Anziehen der Kompressionsstrümpfe erfolgt entweder mit Anziehhilfe oder direkt mit Handschuhen. Diese werden im Sanitätshaus mit abgegeben. Vermeiden Sie spitze Gegenstände an den Strümpfen, Fäden, auch innenliegende, dürfen nicht abgeschnitten werden. Durch diese Maßnahmen können Strümpfe bis zu 6 Monaten halten.
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Kniestrumpf | ![]() |
Strumpfhose |
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Halbschenkel- strumpf | ![]() |
Strumpfhose mit extraweitem Leibteil |
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Schenkelstrumpf | ![]() |
Herrenstrumpf- hose |
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Schenkelstrumpf mit Hüftbefestigung | ![]() |
Einbeinhose |
"Ich lasse mir zum jetzigen Zeitpunkt meine Krampfadern nicht operieren, da ich gehört habe, dass die Krampfadern ja doch wieder kommen."
Antwort: Vorhandene Krampfadern müssen entfernt werden, auch wenn sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Beschwerden verursachen, da man sonst Gefahr läuft, durch das Auftreten der bekannten Komplikationen schwerwiegende Folgen für die Funktion des Beines zu erleiden. Krampfadern sind aufgrund einer chronischen in der Regel ererbten Bindegewebsschwäche entstanden. Diese Bindegewebsschwäche als Ursache der Varizen kann selbstverständlich nicht operativ behandelt werden. Deshalb kann es sein, dass nach einer Krampfaderoperation erneut Krampfadern entstehen können. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass jährliche Kontrolluntersuchungen nach einer erfolgten Krampfaderoperation durchgeführt werden, um gegebenenfalls erneut aufgetretene Krampfadern ohne größeren Aufwand zu beheben.
"Wo fließt das Blut hin, wenn die Krampfadern entfernt wurden und sucht sich das Blut neue Wege ?"
Antwort: Der Abtransport des venösen Blutes erfolgt über das tiefe Beinvenensystem und die noch funktionsfähigen Venen des oberflächlichen Venensystems. Diese Gefäßsysteme müssen vor jeder Operation mit den dafür zur Verfügung stehenden apparativen Methoden untersucht werden. Erst wenn sichergestellt ist, dass diese Venen funktionsfähig sind, kann eine Varizenoperation gefahrlos durchgeführt werden. Das Blut muss sich deshalb keine neuen Wege suchen, weil diese zuvor erwähnten Gefäßsysteme seinen Abtransport übernehmen.
"Kann man beliebig viele Venen entfernen ?"
Antwort: Es dürfen nur die Venen des oberflächlichen Venensystems entfernt werden, die krankhaft verändert sind. Die gesunden Venen müssen selbstverständlich belassen werden.
"Wie oft kann man eigentlich operieren, man kann doch nicht beliebig oft Venen entfernen ?"
Antwort: Nicht mehr richtig funktionierende Venen müssen entfernt werden. Voraussetzung ist eine regelrechte Transportfunktion des tiefen Beinvenensystems. Es besteht daher keine Begrenzung bezüglich der Anzahl von Venenoperationen.
"Wenn Krampfadern verödet wurden, kann man nicht mehr operieren."
Antwort: Selbstverständlich können verödete Krampfadern operativ entfernt werden. Die Operation ist allerdings etwas mühsamer und langwieriger, da durch die Verödungstechnik in der Regel das umliegende Gewebe ebenfalls verhärtet ist und dadurch die Entfernung der verödeten Krampfadern mehr Zeit und Mühe beansprucht.
"Im Sommer wird nicht operiert."
Antwort: Das stimmt nicht. Es bestehen keinerlei medizinische Argumente, die gegen eine Varizenoperation im Sommer sprechen.
"Warum kann man die defekten Venenklappen nicht reparieren ?"
Antwort: Sämtliche bisher angewandten Operationstechniken, Venenklappen wieder funktionsfähig zu machen waren nicht erfolgreich. In vielen Fällen ist es sogar gehäuft zu oberflächlichen Venenthrombosen und damit zu einer gefährlichen Komplikation gekommen.
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