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Der Leistenbruch

© Klinikum Konstanz

Was ist ein Leistenbruch?

Bei einem Leistenbruch kommt es zu einer Vorwölbung von Organen der Bauchhöhle durch eine Schwachstelle in der Bauchwand im Bereich des Leistenkanals. Der Leistenkanal verläuft schräg durch die Bauchwand und enthält beim Mann die Samenstrangstrukturen (Samenleiter, Blutgefäße, Nerven) und bei der Frau das Mutterband.

Wodurch entsteht ein Leistenbruch?

Ein Leistenbruch kann entweder angeboren sein (tritt vor allem bei Kindern auf) oder im Laufe des Lebens entstehen. Ursache können eine Bindegewebsschwäche, schweres Tragen oder Heben oder ein erhöhter Druck in der Bauchhöhle (Bauchwassersucht, Pressen beim Stuhlgang bei chronischer Verstopfung) sein.

Welche Beschwerden treten bei einem Leistenbruch auf?

Bei kleinen Brüchen kann es am Anfang lediglich zu ziehenden Schmerzen in der Leistenregion, v.a. bei Belastung kommen. Gelegentlich treten auch Stuhlunregelmäßigkeiten auf. Im weiteren Verlauf kommt es dann zu einer Vergrößerung des Bruches und dadurch zu einer tastbaren und sichtbaren Schwellung in der Leiste. Bei Männern kann der Bruch sich bis in den Hodensack ausdehnen.

Welche Untersuchungen sollten bei Verdacht auf einen Leistenbruch durchgeführt werden?

Die Diagnose eines Leistenbruches kann normalerweise durch eine körperliche Untersuchung gestellt werden. Selten ist bei unklaren Befunden eine Ultraschalluntersuchung der Leistenregion notwendig.

Wann muss ein Leistenbruch operiert werden?

Ein Leistenbruch sollte immer operiert werden, da er sich von alleine nicht zurückbildet. Die Beschwerden können lediglich in ihrer Stärke wechseln.
Auch eine Behandlung mit sog. Bruchbändern kann den Bruch zwar zurückdrängen aber nicht wieder verschließen. Da sich der Bruch im Laufe der Zeit vergrößert, sollte möglichst bald nach der Diagnosestellung eine Operation durchgeführt werden.
Eine sofortige Operation ist dann notwendig, wenn im Bruch eingeklemmte Organe nicht wieder zurückzuschieben sind und hierdurch eine Schädigung der Organe droht.

Welche Operationsmethoden gibt es?

Man unterscheidet die herkömmlichen (offenen) von den sog. minimal - invasiven (über eine Bauchspiegelung) Methoden:

Herkömmliche (offene) Methode:

Bei dieser Methode wird über einen Hautschnitt in der Leiste der Bruch freigelegt und anschließend die Schwachstelle in der Bauchwand verstärkt. Dies kann entweder durch spezielle Näht bei denen die Schichten der Bauchwand doppelt übereinander gelegt werden geschehen ( sog. Operation nach Shouldice). Alternativ wird bei älteren Patienten oder einem erneut aufgetretenen Bruch die Schwachstelle in der Bauchwand durch ein Kunststoffnetz verstärkt ( sog. Operation nach Lichtenstein).

Operation nach Shouldice

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Abb 1: Operation nach Shouldice

Operation nach Lichtenstein mit Einlage eines Kunstoffnetzes

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Abb 2: Operation nach Lichtenstein mit Einlage eines Kunstoffnetzes

Minival-invasive Methode (Bauchspiegeltechnik):

Bei dieser Methode wird die Schwachstelle in der Bauchwand von innen mit einem Kunststoffnetz verstärkt (sog. TEPP- oder TAPP-Technik). Hierbei sind lediglich kleine Schnitte im Bereich des Bauchnabels für eine Videokamera sowie im Unterbauch für die Instrumente notwendig. In unserem Hause bieten wir Ihnen bevorzugt die TEPP-Technik an.

TEPP-Technik

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Abb 3: TEPP-Technik: Verschluss des Bruches durch Einlage eines Kunststoffnetzes von innen

Welche Methode für Sie in Frage kommt, wird der behandelte Chirurg mit Ihnen ausführlich besprechen.

Welche Komplikationen können auftreten?

Durch die Präparation bei der Operation kann es zu Verletzungen des Samenleiters (unter 1% der Fälle) oder durch Verletzung der Gefäße zu einer Durchblutungsstörung des Hodens (unter 2 % der Fälle) kommen. Die Wahrscheinlich des Wiederauftreten eines Leistenbruches liegt in Abhängigkeit von der verwendeten Methode bei unter 5%. Weiterhin kann es zu Blutergüssen im Operationsgebiet sowie Gefühlsstörungen und Verhärtungen kommen.

Was muss nach der Operation beachtet werden?

Nach der Operation können Sie auf der Station aufstehen und das Krankenhaus 1 bis 2 Tage nach der Operation verlassen. Die weitere Wundkontrolle kann Ihr Hausarzt vornehmen. Eine Entfernung des Nahtmaterials ist in der Regel nicht notwendig, da selbstauflösendes Nahtmaterial verwendet wird. In den ersten 6 Wochen sollten Sie nicht schwer Heben oder Tragen (nicht über 8 kg), leichte sportliche Betätigung ist in Abhängigkeit von Ihren Beschwerden möglich.

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