Startseite -> Kliniken und Leistungen -> Klinik für Viszeral-, Kinder- und Gefäßchirurgie

Erkrankung des Dickdarms

Divertikelkrankheit - Divertikulitis

Divertikel sind gutartige Ausstülpungen der Darmwand, welche gehäuft ab dem 40. Lebensjahr auftreten. Diese Divertikel können sich mit Kot füllen, entzünden und führen plötzlich, meistens heftig und akut zu einer lokalen Entzündung, die sich bis zur örtlichen Bauchfellentzündung, ja sogar bis zur freien Bauchfellentzündung ausweiten kann. Typische Zeichen sind die Schmerzen im linken Unterbauch. Die Behandlung der Divertikelentzündung ist zunächst medikamentös. Dazu wird mit Antibiotika therapiert, eine Nahrungskarenz durchgeführt. Bei schweren Verlaufsformen ist eine stationäre Behandlung unbedingt erforderlich.

Typisches Bild eines Dickdarms mit Divertikeln beladen

© Klinikum Konstanz

Abb 1: Typisches Bild eines Dickdarms mit Divertikeln beladen

Typische Komplikation des Dickdarmes mit einem Durchbruch (Perforation)

© Klinikum Konstanz

Abb 2: Typische Komplikation des Dickdarmes mit einem Durchbruch (Perforation)

Die typischen Komplikationen der Divertikelentzündung sind der Darmwanddurchbruch mit nachfolgender Bauchfellentzündung, der Darmverschluss, die Entzündung mit Eiteransammlung im Gefäßfettgewebe des Darmes und langfristig die Ausbildung von narbigen Engstellungen. Auch nach Abklingen der akuten Krankheitssymptome können trotz Umstellung der Ernährung immer wieder erneute Krankheitsschübe auftreten. Auch bei einer ansonsten nicht komplizierten Erkrankung mit immer wiederkehrenden akuten Entzündungsschüben ist die operative Behandlung angezeigt, ebenso natürlich im Notfall.

Die operative Behandlung geschieht durch Teilentfernung des erkrankten Darmabschnittes. Diese Operation kann in unserer Klinik auch durch laparoskopische Technik (Schlüssellochchirurgie) durchgeführt werden. Gelegentlich im Akutstadium muss aber auf eine klassische Operation zurückgegriffen werden.

Verbindung der beiden Darmenden mit einem Nahtgerät

© Klinikum Konstanz

Abb 3: Verbindung der beiden Darmenden mit einem Nahtgerät

Fertige Nahtverbindung des Dickdarms

© Klinikum Konstanz

Abb 4: Fertige Nahtverbindung des Dickdarms

Dickdarmgeschwülste (Darmkrebs), Darmpolypen (Adenome)

Charakteristisch für frühe Stadien von Dickdarmgeschwülsten ist, dass sie nicht bemerkt werden oder nur wenige Symptome verursachen. Im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen kann der Stuhlgang auf Blutspuren untersucht werden (Hämocculttest). Auftretende Bauchschmerzen, die sich krampfartig entwickeln, zunehmende Blähungen, plötzlich auftretende Verstopfung können bereits Zeichen eines wachsenden Dickdarmkrebses sein. Meistens finden sich dann auch Blutauflagerungen und Schleimbeimengungen beim Stuhlgang. Zur Abklärung ist nach der klinischen Untersuchung eine Darmspieglung, ggf. mit gleichzeitiger Gewebeprobeentnahme erforderlich. Röntgenuntersuchungen können manchmal zur Ergänzung durchgeführt werden, helfen aber nicht immer, die richtige Diagnose zu stellen. Mit Ultraschalluntersuchungen oder Computertomographie lassen sich nur fortgeschrittene Dickdarmgeschwülste erkennen, so dass sich diese Maßnahmen nicht für die Erkennung der Dickdarmerkrankung eignen, sondern als Begleitmaßnahmen zur Festlegung von Lymphknotenveränderungen oder Tochterabsiedlungen erforderlich sind.

Sind im Darm Polypen (Adenome - Abb. 5) entstanden, lässt sich auch mit der endoskopischen Untersuchung (Koloskopie) eine Entfernung durchführen. Stellt sich in dem Ergebnis der Gewebeuntersuchung dann doch ein Krebs heraus, so kann entweder die lokale Nachentfernung durchgeführt werden, diese dann operativ oder aber die Entfernung des betroffenen Darmabschnittes mit dem Abflussgebiet der Lymphgefäße und Lymphknoten. Die Chirurgische Klinik des Klinikum Konstanz hat besonders große Erfahrungen auf diesem Gebiet und ist als Kompetenzzentrum für Koloproktologie der Arbeitsgemeinschaft Koloproktologie in der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie anerkannt.

Typisches Bild eines Dickdarms mit Divertikeln beladen

© Klinikum Konstanz

Abb 5: Typisches Bild eines Dickdarms mit Divertikeln beladen

Erkrankung des Enddarms (Rektumkarzinom)

Enddarmgeschwülste verhalten sich grundsätzlich wie Dickdarmgeschwülste. Die Lage im Enddarm bringt jedoch Besonderheiten mit sich. Auch ist die Klinik, die führt, in der Regel anders. Es kommt häufiger zu Blutbeimengungen und Schleimabgängen. Bei einem zunehmenden einengenden Wachstum des Tumors sind auch die typischen bleistiftdicken Stuhlgänge zu finden. Ist der Tumor klein und wird sehr frühzeitig entdeckt, so kann er auch durch Operation durch den After mit einer sogenannten Enddarmvollwandteilentfernung ohne Eröffnung des Bauchraumes entfernt werden. In allen anderen Fällen ist eine Operation mit Entfernung eines Großteils des Enddarmes erforderlich, um hier natürlich wieder die umgebenden Lymphgewebe, Lymphstraßen und Lymphknoten mit zu entfernen. Unter Verwendung moderner Techniken wird heute versucht, den Enddarm unter Erhaltung des Schließmuskels zu operieren. Es ist in Abhängigkeit vom Tumorstadium manchmal auch eine Vorbehandlung notwendig, um dieses Ziel zu erreichen. Ein künstlicher Darmausgang wird bei diesen Operationen in manchen Fällen vorübergehend zwar erforderlich, unter Erhalt des Schließmuskels kann aber der künstliche Darmausgang später zurück verlegt werden, damit dann die Enddarmfunktion wieder regelhaft funktioniert. Nur bei sehr tiefem Sitz mit sehr enger Beziehung des Tumors zum Schließmuskel ist definitiv die Anlage eines künstlichen Darmausganges erforderlich. Eine entsprechende Versorgung und Beratung in solchen Fällen durch sogenannte Stomatherapeuten ist in unserem Hause gegeben.

Nächste Seite: Gallensteine