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Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist eine Drüse mit ca. 15 cm Länge, die im hinteren Teil der Bauchhöhle hinter dem Magen liegt. Das Organ wird unterteilt in den Kopf-, den Körper- und den Schwanzbereich. Für die Behandlung ist folgende Kenntnis wichtig: Der Kopf- wird umrundet durch den ersten Anteil des Zwölffingerdarms, der Körper- liegt direkt unterhalb des Magens, der Schwanzbereich liegt der Milz an.

Pankreas

© Klinikum Konstanz

Durch das gesamte Organ zieht ein Gang, das Flüssigkeit aus der Bauchspeicheldrüse zur Verdauung über die Mündungsstelle im Zwölffingerdarm in den Darm befördern kann.

Die Bauchspeicheldrüse hat drei wesentliche Funktionen:

  1. Sie reguliert unseren Blutzuckerhaushalt durch die Ausschüttung von Insulin, welches den Blutzucker senkt.
  2. Die Bauchspeicheldrüse schüttet eine große Menge von Verdauungsstoffen in den Zwölffingerdarm aus. Diese dienen vor allem der Fettverdauung.
  3. In der Bauchspeicheldrüse wird ein Hormon gebildet, welches direkt der Stimulation des Magens dient.

Bei Tumorerkrankungen oder chronischen Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, die durch diagnostische Mittel wie Ultraschall, Computertomographie, Kernspintomographie, in einzelnen Fällen auch Angiographie (Gefäßdarstellung) diagnostiziert werden, kommen operative Verfahren verschiedener Art in Frage. Diese sollen im Einzelnen kurz vorgestellt werden.

Operationen

WHIPPLE'sche Operation

Um einen Tumor im Kopfbereich der Bauchspeicheldrüse zu entfernen, wird bei dieser Operation der Kopf der Bauchspeicheldrüse nebst dem Zwölffingerdarm, die Gallenblase, ein unterer Anteil des Gallengangs, der im Kopf der Bauchspeicheldrüse verläuft und ein Drittel des Magens entfernt. Anschließend erfolgt die Verbindung des Dünndarms wieder mit dem Rest der Bauchspeichel-drüse, dem Gallengang und dem Magen. (Abb. 1)

OP-Präparat nach klassischer OPOP-Präparat nach pyloruserhaltender Bauchspeicheldrüsenkopf-OP
Abb.1 OP-Präparat nach klassischer Op
Abb.2 OP-Präparat nach pyloruserhaltender Bauchspeicheldrüsenkopf-OP

Pyloruserhaltende Bauchspeichel-drüsenkopfoperation

Im Unterschied zur WHIPPLE'schen Operation ist die Operation nach TRAVERSO so verändert, dass der Magen erhalten bleibt. Insbesondere der Magenausgang, der Magenpförtner und ein kurzes Stück des Zwölffingerdarms bleiben erhalten und werden direkt an den Dünndarm genäht (Abb. 2, 3).

Situation nach Wiederherstellung

© Klinikum Konstanz

Abb 3: Situation nach Wiederherstellung

Patienten die ihr Ausgangsgewicht nach OP wiedererlangt haben

© Klinikum Konstanz

Abb 4: Patienten die ihr Ausgangsgewicht nach OP wiedererlangt haben

Pankreaslinksresektion

Hierbei wird der Schwanzteil und auch in einigen Fällen der Körper der Bauch-speicheldrüse entfernt, in den meisten Fällen auch die Milz. Der Kopf der Bauch-speicheldrüse mit dem Ausführungsgang und dem gemeinsamen Gallengang bleiben erhalten.

Komplette Entfernung der Bauchspeicheldrüse

Bei dieser Operation wird die gesamte Bauchspeicheldrüse zusammen mit dem Zwölffingerdarm, der Milz, der Gallenblase und einem unteren Anteil des Gallengangs entfernt. Auch bei dieser Operation kann entweder der Magen belassen oder muss zu zwei Dritteln entfernt werden.

Probleme nach der Operation

Schmerzen

Zur besseren Schmerztherapie verwenden wir in unserer Klinik die Anwendung eines sogenannten Periduralkatheters (Verdünnerkatheter) nahe dem Rückenmark eingebracht, um gezielt die Schmerzen im Wundbereich kontrollieren zu können). Im Rahmen des Kostaufbaus wird dann die Schmerzmedikation normalerweise auf Tabletten oder Tropfen umgestellt.

Ernährung und Kostaufbau

Üblicherweise wird am 1. Tag nach der Operation die Magensonde entfernt. Bei der Operation nach TRAVERSO mit Erhalt des gesamten Magens muss die Magensonde gegebenenfalls länger liegen bleiben. Wenn die Magensonde entfernt ist, wird normalerweise mit Trinken begonnen. Gelingt dies in den nächsten Tagen gut, wird ein kontinuierlicher Kostaufbau vorgenommen.

Aufstehen nach Operation

Wir streben an, möglichst noch am OP-Tag, spätestens aber am 1. Tag nach Operation den Patienten zu mobilisieren, d.h., Waschen am Waschbecken, Sitzen auf der Bettkante und auch Sitzen in einem Stuhl, Gehen selbständig und mit Hilfe.

Drainagen

Nach einer Operation im Bauchraum werden normalerweise 1 - 2 Drainagen gelegt, um Wundflüssigkeit, Blut und Wasser von sogenannten Spülungen am Ende der Operation herauszubefördern. Diese Drainagen werden zwischen dem 5. und 10. Tag normalerweise entfernt. In seltenen Fällen müssen Drainagen auch längere Zeit liegen bleiben.

Mögliche Spätfolgen nach Operation

Je weniger Gewebe der Bauchspeicheldrüse entfernt wurde, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Zuckerkrankheit oder einer Verdauungsstörung. Ohne Bauchspeicheldrüse sind aber täglich Insulingaben und Verdauungspräparate sowie eine entsprechend gestaltete Nahrungsaufnahme erforderlich. Bei Verlust der Milz sollte eine Abwehrschwäche gegen Bakterien durch vorbeugende Schutzimpfung vorgenommen werden.

Bedingt durch die doch große Operation ist es normalerweise nach einer solchen Maßnahme nicht ungewöhnlich, wenn etwas Gewicht verloren wird. Es dauert normalerweise doch 4 - 6 Wochen, manchmal auch 8 Wochen, bis ein normaler Appetit und regelmäßige Mahlzeiten in gewohnter Form zurückkehren. Eine spezielle strenge Bauchspeicheldrüsendiät gibt es heute nicht mehr. Wichtig sind die Erfahrung jedes Patienten im Einzelfall.

Alkohol sollte nach einer Bauchspeicheldrüsenoperation nur noch in geringen Mengen genossen werden. Eine unbedenkliche Höchstmenge ist nicht bekannt, Zurückhaltung ist angezeigt. Sollte die Bauchspeicheldrüsenerkrankung alkoholbedingt sein, so ist natürlich die vollständige Abstinenz ein wichtiger Grundpfeiler der weiteren Behandlung.

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