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Das abdominelle Aorten- aneurysma (AAA)
Das abdominelle Aortenaneurysma (Aneurysma = umschriebene Arteriener- weiterung durch angeborene oder erworbene Schwächung der Arterienwand) stellt die häufigste Form der Aneurysmabildung dar (Abb. 1).
Das AAA zeigt einen Häufigkeitsgipfel in der 6. und 7. Lebensdekade. Männer sind vier bis sechsmal häufiger betroffen als Frauen. Das größte Risiko des Aortenaneurysmas besteht in der Ruptur. Während die Letalität beim elektiven Eingriff unter 5% liegen sollte, steigt sie im Stadium der Ruptur auf fast 50% an. Der Zusammenhang zwischen Aneurysmadurchmesser und Ruptur- wahrscheinlichkeit ist zwar bekannt, es besteht aber weiterhin eine gewisse Uneinigkeit über den "Grenzdurchmesser" für eine Operationsindikation. Nach den Leitlinien der deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie (DGG) sollte ein AAA ab einem Durchmesser von 5 cm behandelt werden.
Nach der Form unterscheidet man das (sackartige) Aneurysma sacciforme und das (spindelförmige) Aneurysma fusiforme (Abb. 2).
Die Entscheidung über eine Operations- indikation hängt neben der Größe des Aneurysmas von Begleitumständen wie Patientenalter und begleitenden Risiko- faktoren durch kardiale, pulmonale oder renale Erkrankungen ab.
Die Diagnostik soll Ausdehnung, Größe (v.a. Querdurchmesser) des Aneurysmas und die Situation der aus oder neben dem Aneurysma entspringenden Gefäße klären. Dies geschieht durch Sonographie, Computertomographie, evtl. Magnetreso- nanztomographie und Angiographie. Daneben muß das allgemeine Operations- risiko abgeschätzt werden (Tab. 1).
Tab. 1 : Diagnostik beim abdominellen Aortenaneurysma (AAA)
Bildgebung:
- Sonographie
- Computertomographie (CT)
- (evtl. Magnetresonanztomographie, MRT)
- Angiographie (DSA)
Funktionsdiagnostik:
- Labor (Gerinnung, Retentionsparameter)
- EKG (evtl. Belastungs-EKG)
- Röntgen-Thorax
- Spirometrie
- (evtl. Koronarangiographie und Herzecho bei erhöhtem kardialem Risiko)
Die Therapie besteht in der Regel in der operativen Aneurysmaausschaltung und dem Ersatz durch eine Kunststoffprothese. Alternativ ist in den letzten Jahren die intraluminale Prothesenimplantation (endovaskuläre Stentimplantation) zu erwägen (Tab. 2). Da die Langzeitergebnisse der Stentimplantation bislang noch ausstehen, ist dieses Verfahren jedoch noch in der Diskussion und auf wenige Gefäßzentren beschränkt.
Tab. 2: Verteilung der Behandlungsverfahren beim abdominellen
Aortenaneurysma; Daten der Deutschen Gesellschaft für
Gefäßchirurgie (DGG) des Jahres 2000
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N = 3265 |
% |
Operationsverfahren |
Konventionell |
2668 |
81,7 |
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Endovaskulär |
594 |
18,2 |
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Umsteiger |
3 |
0,1 |
In der Klinik für Viszeral-, Kinder- und Gefäßchirurgie am Klinikum Konstanz wurden im Zeitraum vom 1.9.2000 bis zum 31.12.2001 15 Patienten mit einem abdominellen Aortenaneurysma behandelt. Die Behandlungsergebnisse im Vergleich zu den Daten der Qualitätssicherungsstudie der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie sind in Tab. 3 dargestellt.
Tab. 3: Behandlungsergebnisse des abdominellen Aortenaneurysmas;
Daten der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie (DGG) des
Jahres 2000 und der Klinik für Viszeral-, Kinder- und
Gefäßchirurgie des Klinikums Konstanz
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Behandelte Patienten (n) |
Letalität in % |
Konventionelle Operation (DGG) |
2668 |
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Nicht rupturiert |
2304 |
3,4 % |
Rupturiert |
364 |
42,9 % |
Endovaskuläre Technik (DGG) |
594 |
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Nicht rupturiert |
572 |
1,0 % |
Rupturiert |
22 |
9,1 % |
Klinikum Konstanz |
15 |
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Nicht rupturiert |
13 |
0 % |
rupturiert |
2 |
0 % |
Zusammenfassend lässt sich sagen, daß die Operation ein sicheres Verfahren in der Therapie des abdominellen Aortenaneurysmas ist und zur Zeit noch den "Gold-Standard" in der Behandlung darstellt.
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