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Geschichte des Klinikums Konstanz

Klinikum Konstanz im Jahre 1872

© Klinikum Konstanz

Das Klinikum Konstanz im Jahr 1872

Im Jahre 1225 beurkundete Bischof Konrad II. die Gründung einer neuen Stiftung. Das Spital "Zum Heiligen Geist" wurde als zweigeschossiges Gebäude errichtet, das auf jedem Stockwerk eine eigene Kapelle besaß. Die Armen wohnten im Erdgeschoss, die "Pfründner", die ihren Platz gegen Bezahlung erworben hatten, waren im oberen Stockwerk untergebracht. Für beide Gruppen war jeweils noch eine "Siecherstube" für Kranke vorhanden. Insgesamt waren jeden Tag 100 Insassen zu verpflegen.

Enge Verbindung zwischen Stadt und Spital

Das Spital war rechtlich selbständig, seine Verwaltung war jedoch dem Stadtrat unterstellt, der bald darauf auch die beiden Pfleger, die das Spital beaufsichtigten sollten, aus seinen eigenen Reihen bestimmte.

Starke Zurückstufung des städtischen Einflusses

Im Zusammenhang mit einer umfassenden Rekonfessionalisierung vieler Lebensbereiche in den Jahren nach 1815 (im Anschluss an die Niederlage Napoleons) wurde 1820 die Institution der Spitalstiftungsvorstände eingeführt, als dessen Vorsitztender künftig auf Lebenszeit der jeweilige Pfarrer fungierte.

Kampf um die städtische Hoheit

Nach jahrzehntelangem Kampf um die städtische Hoheit über die Spitalstiftung wurde im Jahr 1867 die Verwaltung der Stiftung wieder "in die Hände der Bürgerschaft als solcher gelegt". Die gravierendste Auswirkung war die Trennung der verschiedenen Funktionen des Spitals in eine Krankenversorgung, eine Alters- und eine Armenversorgung. Diese bildete die Grundlagen für die Etablierung einer modernen Sozialfürsorge. Die hiermit verbundene Spezialisierung führte zur Konzeption eines modernen Krankenhauses.

Das Krankenhaus am Luisenplatz

Als Resultat der beschlossenen Dreiteilung baute die Stiftung 1872 das neue Krankenhaus am Luisenplatz als dreigeschossiger moderner Zweckbau mit einer Kapazität von 80 Betten, mit eigenem Ökonomiegebäude welches die Küche und die Wohnungen für die Krankenschwestern beherbergte und mit eigenem "Absonderungshaus" zur Behandlung ansteckender Krankheiten.

Erster hauptamtlicher Oberarzt

Mit Dr. O. Kappeler wurde im Jahre 1896 zum ersten mal ein hauptamtlicher Oberarzt im Krankenhaus beschäftigt. Er stellte für den gerade erst 30 Jahre alten Gebäudekomplex so gravierende Mängel fest, dass der Stiftungsrat noch im selben Jahr den Grundsatzbeschluss für ein neues Krankenhaus fasste.

Neubau 1900

Im Jahr 1900 konnte das neue Krankenhaus in Betrieb genommen werden, welches

  • eine Kapazität von 120 Betten hatte,
  • mit elektrischer Beleuchtung und
  • mit Warmwasserheizung ausgestattet war.

In die freigewordenen Räume des alten Krankenhauses zog die schon seit längerem mit Platznot konfrontierte "Pfründ- und Pflegeanstalt".

Erste Erweiterungen

Der erste Weltkrieg machte mit seinen vielen Verletzten und Verwundeten eine Erweiterung not- wendig, der sog. Bauteil "West 1917" kam hinzu.

In den Jahren 1928/ 29 wurde die Kapazitätsgrenze durch Aufstockungen erweitert. 1920 übernahm die Stiftung das bis dahin privat geführte "Säuglingsheim", das ab 1932 schließlich als "Städtisches Säuglings- und Kleinkinder- krankenhaus" geführt wurde.

Ausbau der Versorgung nach dem II. Weltkrieg

1949 konnte die Frauenklinik, deren Fertigstellung sich seit Baubeginn im Jahr 1939 aufgrund des zweiten Weltkrieges verzögert hatte, in Betrieb genommen werden. 1951/52 kam das neue Infektionsgebäude hinzu.

Neubau 1972

Durch die weitere demografische Entwicklung stand in den 60er Jahren die Struktur des Krankenhauses erneut zur Diskussion. Als Ergebnis dieser Diskussion wurde der bestehende Komplex abgerissen und ein völlig neues Klinikgebäude gebaut

  • mit 550 Betten
  • und der Kinderklinik, Chirurgie, Urologie, der Inneren Medizin, Gynäkologie und Geburtshilfe sowie der Hals-, Nasen-, Ohren- und Augenabteilung unter einem Dach.

1989 kam der Neubau der Kinderklinik hinzu.

Klinikum als Eigenbetrieb

Seit 1997 ist das Klinikum mit allen organisatorisch und wirtschaftlich verbundenen Einrichtungen, insbesondere der Krankenpflegeschule, ein Eigenbetrieb der Spitalstiftung Konstanz. Der Eigenbetrieb führt seit dem den Namen Klinikum Konstanz.

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