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Die Schaufensterkrankheit

Wir wollen Ihnen mit folgenden Fragen und Antworten einen Überblick über den Vortrag von Dr. Stephan Eder, Leiter der Abteilung Gefäßchirurgie, zum Thema "Schaufensterkrankheit" geben und damit auf die häufigsten Fragen antworten.

Was ist die Schaufensterkrankheit?

Wenn Sie beim Gehen (vor allem bergauf) regelmäßig Schmerzen im Unterschenkel spüren, die Sie kurzzeitig ausbremsen, kann das ein Hinweis auf die Schaufensterkrankheit sein. Sie trägt den Namen, weil Sie die Betroffenen zwingt, in mehr oder weniger kurzen Abständen stehen zu bleiben - wie bei einem Schaufensterbummel.

Woher kommt der Schmerz?

Der Schmerz ist ein Alarmsignal Ihrer Unterschenkelmuskulatur. Die Muskeln benötigen zum Arbeiten Sauerstoff, das Ihnen im Blut geliefert wird. Sind aber Schlagadern, die Arterien, verstopft, so dass das Blut nicht mehr ausreichend in die Extremitäten fließen kann, leidet die Muskulatur unter Sauerstoffmangel und kann nicht mehr arbeiten. Die Folge sind Schmerzen, und im schlimmsten Fall stirbt Gewebe ab. In über 90 Prozent der Fälle ist es die Arteriosklerose (Schlagaderverkalkung), die für den Verschlussprozess der Gefäße verantwortlich ist.

Warum ist die Schaufensterkrankheit so gefährlich?

Die Gefäßerkrankung, also die Verengung und Verstopfung der Schlagadern, spielt sich nicht nur in den Gefäßen der Extremitäten Arme und Beine ab, sondern auch an den Herzkranzgefäßen und den Gefäßen, die das Gehirn versorgen. So erklärt sich die Tatsache, dass viele Betroffene einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleiden.

Was kann ich tun, um der Erkrankung vorzubeugen? Was sind Risikofaktoren für die Krankheit?

Der Prozess der Gefäßwandverkalkung erstreckt sich über viele Jahre und bleibt lange unbemerkt. Dennoch sind Risikofaktoren greifbar, die die Erkrankung begünstigen und beschleunigen. Dazu gehören unter anderem das Zigaretten rauchen, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Bluthochdruck oder erhöhte Blutfettwerte. Das Rauchen ist dabei der stärkste Faktor, der die Verengung der Gefäße vorantreibt. Raucher sind dreimal häufiger betroffen als Nichtraucher.

An wen sollte ich mich mit Beschwerden wenden? Wann sollte ich mich im Klinikum vorstellen?

Ihr erster Ansprechpartner ist Ihr Hausarzt. Ihm können Sie Ihre Beschwerden vortragen, bei Zweifeln sollten Sie sich nicht scheuen, Ihm Ihre Probleme zu schildern. Er kann Sie nach kurzer Untersuchung beraten, ob das Risiko der Verschlusserkrankung besteht und wie Sie weiter vorgehen sollten. Spätestens wenn Sie ernste Probleme haben, Ihnen das Laufen bereits sehr schwer fällt, nächtlicher Ruheschmerz auftritt, oder Sie unübersehbare Symptome wie offene Wunden oder schwarze Flecken am Fuß haben, sollte Sie Ihr Hausarzt im Krankenhaus in der Gefäßsprechstunde vorstellen. Unter anderem können hier genaue Untersuchungen der Schlagadern durchgeführt werden wie die Duplexsonographie, die herkömmliche Katheter-Untersuchung, die Kernspin- oder die CT-Angiographie. Hier wird das weitere Vorgehen in Kooperation mit Ihrem Hausarzt abgestimmt.

Wie sollte ich mit der Erkrankung umgehen? Kann ich Sie aufhalten?

Sie selbst können viel tun, um die Therapie der arteriellen Verschlusskrankheit erfolgreich zu gestalten. Sie werden die Krankheit nie heilen können, aber ihr Voranschreiten verzögern. Dazu gehört, dass Sie Risikofaktoren, vor allem das Rauchen, ausschließen. Eine gesunde Ernährung hilft Ihnen und regelmäßige Bewegung mit bewusstem Gehtraining fördert die Erweiterung der kleinen Gefäße, die das Blut um eine Verengung oder einen Verschluss herumleiten. So helfen Sie Ihrem Körper, geschickt "Umleitungen" um Problemgefäße zu bauen.

Warum habe ich beim Laufen Schmerzen, während ich ohne Probleme Ski- und Radfahren kann? Kann Radfahren der Krankheit vorbeugen?

Beim Radfahren ist überwiegend der Oberschenkel gefordert, während beim Laufen die Wade arbeiten muss. Wird die Wade aber schlecht mit Blut versorgt, haben Sie Schmerzen. Beim Skifahren ist die Wade so fest im Skischuh eingespannt, dass sie kaum arbeiten muss - und somit auch kein Schmerz entsteht. Alle Sportarten sind gut, aber um gegen die Verschlusskrankheit effektiv zu kämpfen, sollten Sie auf ein gezieltes Gehtraining nicht verzichten. Nur indem Sie die Muskeln im Unterschenkel fordern, können Sie die Blutversorgung im Unterschenkel und Fuß fördern.

Wann droht eine Amputation?

Die Amputation einer Zehe, des Fußes oder des Unterschenkels ist nötig, wenn große Teile des jeweiligen Gewebes aufgrund der schlechten Blut- und Nährstoffversorgung abgestorben sind. Die Amputation alleine verspricht allerdings noch keine Besserung. Gleichzeitig muss die Blutversorgung des verbleibenden Gewebes gewährleistet werden, indem beispielsweise ein Bypass gelegt wird.

Welche Rolle spielt eine genetische Veranlagung?

Die genetische Veranlagung ist ein Risikofaktor für die Erkrankung. Keiner ist Ihr schicksalhaft ausgeliefert. Sie darf deshalb nicht als "Ausrede" genutzt werden, um andere Risikofaktoren wie beispielsweise das Rauchen zu legitimieren. Ganz im Gegenteil: Bei einer genetischen Veranlagung ist es umso wichtiger, andere Risikofaktoren auszuschalten.

Hat das Restless-legs-Syndrom mit der Schaufensterkrankheit zu tun?

Nein. Die Symptome des Restless-legs-Syndrom machen sich zwar auch in den Beinen bemerkbar, die Erkrankung hat aber mit der Blutversorgung und den Gefäßen nichts zu tun. Es handelt sich dabei um eine neurologische Krankheit.

Sie können - auf Überweisung und nach Terminvereinbarung - in die Gefäß- und Wundsprechstunde am Klinikum Konstanz (Dr. S. Eder) kommen. Termine können unter der Telefonnummer 07531/801-1102 oder -1101 vereinbart werden.
Unsere Sprechstundenzeiten sind Dienstag 9-12 Uhr, Mittwoch 10-12 Uhr und Freitag 9-15 Uhr.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter folgenden Adressen:

www.deutsche-gefaessliga.de
www.gefaesschirurgie.de
www.dgangiol.de
www.amputierten-initiative.de
www.avk-bundesverband.de


 
 
 

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Aktualisiert: 03.04.2009


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