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Wenn der Darm Probleme macht: Dickdarmkrebs
Was sind Symptome für Darmkrebs? Wie kann ich ihn erkennen?
In seinem Frühstadium ist Darmkrebs für die betroffenen Patienten kaum wahrzunehmen. Später sind Symptome wie Blut am Stuhl, Dunkelfärbung des Stuhls, sehr dünner Stuhl, eine veränderte Stuhlgangart, Gewichtsabnahme, Blässe oder Schweißausbrüche möglich. Schmerzen treten erst auf, wenn der Krebs weit fortgeschritten ist. Effektiv kann Darmkrebs schon im Frühstadium mit einer Darmspiegelung erkannt werden.
Wie hoch ist das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken?
Mit 6 Prozent Wahrscheinlichkeit recht hoch. Jedes Jahr erkranken rund 72000 Menschen in Deutschland neu an Darmkrebs, jährlich ist dieser Krebs für 30000 Menschen Todesursache. Nach Prostata- bzw. Brustkrebs ist Darmkrebs die häufigste Krebserkrankung in Deutschland. Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, steigt mit dem Lebensalter. Dank der Vorsorgeuntersuchungen und der besseren Behandlungsmöglichkeiten steigt die Zahl der Neuerkrankungen, während die Zahl der Todesfälle sinkt.
Wie entsteht Darmkrebs?
Zunächst sehr unscheinbar und langsam. Darmkrebs entwickelt sich über viele Jahre in mehreren Stadien. Aus einer gutartigen Polypenknospe, die aus der Darmschleimhaut wächst, kann sich ein Polyp und schließlich nach einer Zellveränderung ein Karzinom, also Krebs, entwickeln. Die Entwicklung erstreckt sich über zehn bis 15 Jahre. In 85 Prozent der Fälle entsteht der Darmkrebs ohne erbliche Komponente. Bei 15 Prozent liegen erbliche Veranlagungen vor.
Wie stehen die Heilungschancen?
Sehr gut. Wird Darmkrebs früh erkannt, lässt er sich sehr gut behandeln. Das heißt, bei einer Darmspiegelung können bereits Polypen entnommen werden. Sie werden im Anschluss von Pathologen untersucht. Gegebenenfalls folgt bei Bösartigkeit eine Operation, während der das betroffene Darmstück entfernt wird. Keine Angst: Bei einer Darmlänge von 1,60 Meter ist die Funktion des Organs nach dem Verlust von einigen Zentimetern nicht beeinträchtigt.
Das Stadium der Krebserkrankung wird nach der Eindringtiefe in die Darmwand bestimmt. Hat der Krebs bereits ein Stadium erreicht, in dem Lymphbahnen befallen sind, empfiehlt sich nach der Operation eine Chemotherapie, um den Erfolg nachhaltig zu sichern.
Unbehandelt führt Darmkrebs in zwölf Monaten zum Tod.
Ist ein künstlicher Darmausgang nach einer Operation üblich?
Nein, nur in Ausnahmen. Wichtig ist, dass bei einer Operation das gesamte vom Krebs befallene Gebiet entfernt wird, einschließlich eines umliegenden „Sicherheitsabstands“. Sind fünf Millimeter Darm bis zum Schließmuskel zu erhalten, ist kein künstlicher Darmausgang nötig. Eventuell wird ein vorübergehender künstlicher Darmausgang gelegt, um das Abheilen der betroffenen Region zu fördern.
Was kann ich tun, um die Entstehung von Darmkrebs zu verhindern?
Zwar gibt es kaum gesicherte Erkenntnisse zum Zusammenhang von Ernährungsverhalten und der Entstehung von Darmkrebs – eine ausgewogene Ernährung mit vielen Ballaststoffen kann aber nicht schaden. Wichtig ist, frühzeitig Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch zu nehmen.
Wann ist eine Vorsorgeuntersuchung angebracht?
Grundsätzlich, wenn Sie Beschwerden haben. Eine Vorsorgeuntersuchung wird im Alter von 55 Jahren und dann im Abstand von zehn Jahren empfohlen. Wurden Polypen entfernt, ist eine weitere Darmspiegelung schon nach drei Jahren angebracht. Außerdem sollten Sie sich bereits vor dem 55. Lebensjahr untersuchen lassen, wenn ein naher Verwandter an Darmkrebs erkrankt ist.
Warum ist der Darm so wichtig?
Während des rund eineinhalbtägigen Verdauungsprozesses entnimmt die Darmschleimhaut den Speisen Nährstoffe und Wasser. Funktioniert die Verdauung nicht, wird die Lieferung von lebenswichtigen Nährstoffen behindert, der Körper verliert Gewicht. Der Dickdarm ist rund 1,6 Meter lang, die Schleimhaut auf einer Fläche ausgebreitet, würde die Größe eines Tennisplatzes erreichen.
Sie können - auf Überweisung und nach Terminvereinbarung - in die Darmzentrumsprechstunde am Klinikum Konstanz kommen. Termine können unter der Telefonnummer 07531/801-1101 vereinbart werden.
Die Sprechstunde findet montags von 14 bis 15.30 Uhr statt.
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