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Die Apotheke und ihr Leistungsspektrum

In der Zentralapotheke des Klinikums Konstanz

© Klinikum Konstanz

Unsere Aufgaben

1. Pharmazeutische Logistik

Die pharmazeutische Logistik umfasst weit mehr als die Gewährleistung, dass allen Stationen zum richtigen Zeitpunkt das richtige Medikament bzw. Medizinprodukt geliefert wird. Pharmazeutische Logistik beinhaltet die Präparateauswahl, den wirtschaftlichen Einkauf und die korrekte Belieferung.

Präparateauswahl

Eine zuverlässige Versorgung beginnt stets mit der sorgfältigen Auswahl der Präparate. In der jährlich stattfindenden Arzneimittelkommission legt die Apotheke in Abstimmung mit den Ärzten fest, welche Arzneimittel für die Behandlung der Patienten eingesetzt werden. Jedes einzelne Präparat wird vor seiner Verwendung hinsichtlich seiner Qualität und Wirtschaftlichkeit geprüft. Erst nach dieser Prüfung kann es in den Arzneimittel- und Medizinproduktekatalog des Klinikums Konstanz aufgenommen werden.

Medizinischer Einkauf

Die Apotheke des Klinikums Konstanz gewährleistet die tägliche Versorgung von über 3000 Patienten. Für diese große Patientenzahl müssen auch entsprechend große Mengen an Arzneimitteln und Medizinprodukten eingekauft werden. Um die Wirtschaftlichkeit des Einkaufs garantieren zu können, ist die Apotheke Mitglied in der EKKeG (Einkaufsgemeinschaft kommunaler Krankenhäuser im deutschen Städtetag). Aufgrund des großen Einkaufsvolumens kann die EKKeG erhebliche Mengenrabatte sowohl für Arzneimittel als auch für Medizinprodukte erzielen.

Insgesamt werden von der Apotheke jährlich ca. 50.000 Wareneingänge von etwa 530 verschiedenen Lieferanten bearbeitet.

Belieferung mit Arzneimitteln

Das wichtigste logistische Ziel der Patientenversorgung besteht darin, das richtige Arzneimittel bzw. Medizinprodukt zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur Verfügung zu stellen. Für das Erreichen dieser Vorgabe müssen die technischen Rahmenbedingungen und geschultes Personal vorhanden sein.

Die Vorratshaltung muss sich an den medizinisch-pharmazeutischen Erfordernissen (kurzfristige Verfügbarkeit, begrenzte Haltbarkeit, Notbevorratung, besondere Lagerbedingungen), den gesetzlichen Vorgaben sowie den betriebwirtschaftlichen Notwendigkeiten (Kosten der Logistik, Kapitalbindung, Mengenrabatte Lagerkapazität) orientieren. Zur Unterstützung steht der Klinikapotheke ein modernes, computergestütztes Kommissioniersystem zur Verfügung. Alle größeren versorgten Häuser übermitteln ihre Anforderungen mit dem eigens für die Apotheke entwickeltem elektronischen Bestellprogramm eStafo (elektronische Stationsanforderung). eStafo ist in die Materialbewirtschaftungssoftware des Klinikums Konstanz SAP R/3 eingebunden, so dass die online eingehenden Bestellungen unmittelbar von den Apothekenmitarbeitern weiter bearbeitet werden können. Jede eingehende Anforderung wird von einem Mitarbeiter geprüft und kann dann an den halbautomatischen Kommissionierer BatchFlow geschickt werden. Dieser Kommissionierautomat übernimmt im Bereich der Arzneimittel einen Großteil der Zusammenstellung der Lieferung. Da auch die Software des Kommissionierautomaten an SAP angebunden ist, wird jeder Warenausgang sofort aus den Beständen der Apotheke abgebucht und den Warenempfängern belastet.

Die Vorteile dieses Kommissioniersystems liegen auf der Hand: schon bei der Anforderung auf Station wird die Wahrscheinlichkeit für Übertragungsfehler minimiert, Abgabefehler sind durch den Kommissionierautomaten nahezu ausgeschlossen.

So bietet das Kommissioniersystem der Apotheke nicht nur eine große Arbeitserleichterung, es leistet vor allem einen wichtigen Beitrag zur Arzneimitteltherapiesicherheit für den Patienten.

2. Arzneimittelherstellung

Die Herstellung von Arzneimitteln gehört zu den ursprünglichsten Aufgabengebieten einer Apotheke. Heute wird jedoch, vor allem aus wirtschaftlichen Gründen, die Herstellung von Arzneimitteln zunehmend von den Apotheken verlassen. Gerade auf Vorrat hergestellte Arzneimittel (sog. Defekturarzneimittel) werden, wann immer möglich, von der pharmazeutischen Industrie bezogen. Arzneimittel für den individuellen Patientenbedarf, die nicht zu kaufen sind (sog. Rezepturen), werden noch häufig in der Apotheke hergestellt. Eine Sonderstellung der Arzneimittelherstellung nimmt die Zubereitung von Zytostatika für Tumorpatienten ein.

Defekturarzneimittel

Einige Arzneimittel werden auch in der Apotheke des Klinikums Konstanz noch in größerem Umfang selbst hergestellt. Für die Herstellung im Rahmen der Defektur steht der Apotheke eine besondere apparative Ausstattung zur Verfügung. Vor der eigentlichen Herstellung werden alle Ausgangssubstanzen hinsichtlich ihrer Qualität gemäß den Kriterien des europäischen Arzneibuches geprüft. Die Herstellung selbst genügt stets den aktuellen gesetzlichen Vorgaben des Arzneibuches sowie der Apothekenbetriebsordnung. Somit ist ein stets gleich bleibender hoher Qualitätsstandard für all unsere Zubereitungen gewährleistet.

Rezepturarzneimittel

In der Apotheke des Klinikums Konstanz werden vor allem für die Bereiche der Dermatologie und Pädiatrie Arzneimittel individuell zubereitet.

Hauterkrankungen werden auch heute noch häufig mit speziell für einen bestimmten Patienten zubereiteten Dermatika (Salben, Cremes, Lösungen etc.) behandelt.

Kinderärzte benötigen häufig Arzneimittel in sehr geringen Dosierungen, die nicht von der pharmazeutischen Industrie hergestellt werden. Die Apotheke stellt daher aus den vorhandenen Medikamenten Arzneimittel mit teilweise zehnfach geringer Dosierung im Vergleich zum Originalpräparat her. Meist geschieht dies in Form von Kapseln, die dann für die kleinen Patienten in etwas Wasser aufgelöst werden können.

Zytostatikaherstellung

Zytostatika zur Behandlung von Tumorerkrankungen sind Substanzen, die teilweise sehr toxisch und damit gesundheitsschädlich sein können. Daher werden nahezu alle Zytostatika nicht mit einer einheitlichen Dosierung verabreicht, sondern die Therapien werden, wie bei einer Rezepturherstellung, individuell für den Patienten zubereitet. Da Tumorpatienten aufgrund ihrer Erkrankung besonders infektanfällig sind und die Substanzen, mit denen sie behandelt werden, auch für das zubereitende Personal gesundheitsschädlich sind, müssen bei der Herstellung von Zytostatika besondere Sicherheitsvorkehrungen zum Produkt- und Personenschutz getroffen werden. So werden die Zytostatikainfusionslösungen in eigens für die Apotheke gebauten Reinräumen hergestellt. In diesen Reinräumen werden höchste hygienische Anforderungen erfüllt. Die Qualität der Raumluft muss bestimmten gesetzlich vorgegebenen Anforderungen hinsichtlich Partikel und Keimbelastung genügen. Das besonders geschulte Personal darf die Herstellungsräume nur über Schleusen in spezieller Reinraumkleidung betreten. Die strengen Hygienevorgaben unterliegen der ständigen Kontrolle und Dokumentation.

Insgesamt wurden 2010 ca. 9000 aseptische Zubereitungen in Form von Infusions- und Injektionslösungen in den Reinräumen der Apotheke hergestellt.

Über die reine Herstellung hinaus bietet das Personal der Zytostatikaherstellung Patienten, Ärzten und Pflege eine Vielzahl weiterer onkologisch-pharmazeutischer Serviceleistungen. Beispielsweise werden alle Zytostatikaanforderungen vor der Herstellung und bei Abgabe nochmals hinsichtlich der richtigen Dosierung und zeitlichen Abfolge der Therapie geprüft. Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Therapiesicherheit für unsere Tumorpatienten. Die Apotheke schult Ärzte und Pflege bezüglich des sicheren Umgangs mit Zytostatka und erstellt entsprechende Arbeitsanleitungen. Weiterhin werden in der Supportivtherapie (der Linderung der Nebenwirkungen der Chemotheapie) gemeinsam mit Onkologen und Pflegekräften Behandlungs- und Pflegestandards entwickelt, die unseren Patienten die Beschwerden einer Chemotherapie erleichtern sollen. Aus ärztlicher und pflegerischer Sicht sind die onkologisch-pharmazeutischen Serviceleistungen der Apotheke mittlerweile unverzichtbar geworden.

3. Pharmazeutische Dienstleistungen

Unter den pharmazeutischen Dienstleistungen werden alle jene Leistungen der Apotheke zusammengefasst, die über die Arzneimittellogistik und Herstellung hinausgehen. Die Apotheke des Klinikums Konstanz bietet im Besonderen folgende Leistungen an:

  • Arzneimittelkommission und Arzneimittelliste
  • Apotheker auf Station
  • Interdisziplinäre Arbeitsgruppen
  • Therapeutisches Drugmonitoring
  • Unterrichts- und Fortbildungsveranstaltungen
  • Hauszeitung "Käpsele"
  • Personalverkauf

Arzneimittelkommission und Arzneimittelliste

Zweimal jährlich organisiert die Apotheke für alle versorgten Häuser die Arzneimittelkommissionssitzung.

In diesem Gremium wird nach medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten über das Arzneimittelsortiment entschieden, damit für unsere Patienten eine optimale Arzneimitteltherapie gewährleistet ist. In der Arzneimittelkommission sind neben Apothekern, Geschäftsleitung, Pflegedienstleitung und allen Chef- und Oberärzten auch niedergelassene Ärzte vertreten. So kann gewährleistet werden, dass das Arzneimittelsortiment der Klinikapotheke auch den Bedürfnissen und Anforderungen der niedergelassenen Ärzte gerecht wird. Das Arzneimittelsortiment wird in Form einer Positivliste in einem jährlich neu herausgegebenen Arzneimittelkatalog festgeschrieben.

Apotheker auf Station

Seit ca. vier Jahren werden einige Stationen von einem Apotheker direkt vor Ort betreut. In so genannten Kurvenvisiten werden anhand der Patientenkurven mit den Ärzten oder der Pflege Fragen zur Arzneimitteltherapie geklärt. Dies können Fragen zur Dosierung und Nebenwirkungen sein oder die Umsetzung der Medikation auf die im Arzneimittelkatalog gelisteten Medikamente. Die Kurvenvisiten werden ergänzt durch regelmäßige Teilnahmen an den Visiten. Die Arbeit auf Station fördert das Verständnis für die Bedürfnisse der ärztlichen und pflegerischen Mitarbeiter.

Schließlich wird durch Arbeit auf die Wirtschaftlichkeit Qualität und Sicherheit der Arzneimitteltherapie noch gesteigert.

Interdisziplinäre Arbeitsgruppen

Die Apotheke organisiert nicht nur die Arzneimittelkommissionssitzung, sie nimmt auch aktiv in verschiedenen weiteren interdisziplinären Arbeitsgruppen teil.

In der Hygienekommission wählt sie gemeinsam mit Ärzten und Hygienefachkräften das Desinfektionsmittelsortiment nach wirtschaftlichen Aspekten aus. Im Arbeitskreis Wundmanagement werden gemeinsam mit den Wundmanagern des Klinikums spezielle und oft teure Verbandmaterialien für bestimmte Wundbehandlungen ausgewählt. Eine Apothekerin ist Mitglied des Teams für Palliative Komplexbehandlung. Sie berät Ärzte und Pflegekräfte zu Fragen der Medikation schwer kranker Patienten. Das neu formierte sog. Antibiotika Surveillance Team soll für einen rationellen Einsatz von Antibiotika im Klinikum sorgen.

Therapeutisches Drugmonitoring

Neben den Zytostatika gibt es noch andere Arzneistoffe, deren Dosierung individuell an den Patienten angepasst werden sollte, um Nebenwirkungen zu vermeiden. Dazu gehören bestimmte Antibiotika oder das Asthmatherapeutikum Theophyllin. In Zusammenarbeit mit dem Labor wertet die Apotheke bereits gemessene Serumspiegel der entsprechenden Arzneimittel aus. Mit Hilfe mathematischer Modelle lassen sich Vorraussagen zur individuellen Pharmakokinetik des Patienten und damit zur optimalen Dosierung treffen.

Unterrichts- und Fortbildungsveranstaltungen

Die Apotheker der Klinikapotheke unterrichten an der Krankenpflegeschule des Klinikums Konstanz die Fächer Chemie und Arzneimittellehre. Weiterhin werden für die Mitarbeiter der versorgten Häuser Fortbildungsveranstaltungen aus allen Bereichen der Arzneimitteltherapie veranstaltet. So finden z. B. regelmäßig Veranstaltungen aus dem Bereich der Ernährung oder dem bereits oben erwähnten Gebiet der onkologischen Pharmazie statt.

Hauszeitung Käpsele

Seit 2000 gibt die Apotheke eine eigene Hauszeitung, das sog. "Käpsele" heraus. Diese Hauszeitung ist ein wichtiges Kommunikationsmedium. Es werden aktuelle Thematiken wie die Ausgabezeiten über Feiertage, Änderungen des Sortiments, Chargenrückrufe oder Arzneimittelwarnungen zeitnah übermittelt. Darüber hinaus werden in kleinen Artikeln Fragestellungen der Arzneimitteltherapie dargestellt. Somit leistet unser Käpsele auch einen wichtigen Beitrag zur Arzneimittelinformation.

Personalverkauf

Die Apotheke bietet allen Mitarbeitern die Möglichkeit Arzneimittel zu günstigen Konditionen zu erwerben.

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Kontakt

Adresse:
Klinikum Konstanz
Departement für Pharmazie
im Landkreis Konstanz,
Zentralapotheke des
Klinikums Konstanz
Luisenstraße 7
78464 Konstanz

Tel: 07531 / 801-1060
Fax: 07531 801-1080
E-Mail: apotheke@klinikum-konstanz.de

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